Drogenkrieg in Mexiko Kartelle rüsten sich mit selbstgebauten Panzern

Im Norden Mexikos haben Soldaten im Lager einer Drogenbande selbstgebaute, mit Stahlplatten geschützte Panzerfahrzeuge entdeckt. In einem anderen Ort fanden Ermittler verkohlte Knochenstücke neben Kleidungsstücken und Armbanduhren.
Panzerfahrzeuge für den Drogenkrieg: Soldaten entdeckten sie im Norden Mexikos

Panzerfahrzeuge für den Drogenkrieg: Soldaten entdeckten sie im Norden Mexikos

Foto: STRINGER/MEXICO/ REUTERS

Mexiko-Stadt - Erst lieferten sich Soldaten in der Stadt Ciudad Camargo mit bewaffneten Männern eines Drogenkartells eine Schießerei - dann machten sie in deren Lagerhalle eine beunruhigende Entdeckung: Die Soldaten fanden zwei Fahrzeuge, die mit zweieinhalb Zentimeter dicken Stahlplatten gepanzert waren. Zwei weitere Panzerwaren demnach noch im Bau, 23 standen zur Umrüstung bereit.

Ciudad Camargo befindet sich im Norden Mexikos, Bundesstaat Tamaulipas. Hier tobt seit Jahren ein Krieg unter Drogenbanden. Die Kartelle nutzen die Eigenbaupanzer, die in Mexiko "Monster" genannt werden, im Kampf gegen ihre Feinde und zum Schutz von Drogenlieferungen. Die Fahrzeuge halten nach Militärangaben schwerem Maschinengewehrfeuer stand und können nur mit Panzerabwehrwaffen zerstört werden. Im Mai hatten Polizisten bei einem Einsatz gegen das Drogenkartell Los Zetas ein gepanzertes Gefährt entdeckt, das 20 Insassen Platz bietet.

Ebenfalls im Norden Mexikos, im Bundesstaat Coahuila, entdeckten Ermittler in rund 20 Gruben insgesamt 1314 verkohlte Knochenstücke, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Zudem hätten sie etwa 60 Patronenhülsen aus großkalibrigen Waffen, Kleidungsstücke, Münzen und Teile von Armbanduhren geborgen. Coahuila grenzt an die Bundesstaaten Durango und Tamaulipas, wo seit Anfang April insgesamt 409 Leichen in Massengräbern gefunden wurden.

Die rivalisierenden Drogenkartelle kämpfen um die Schmuggelrouten in die USA. Im Bundesstaat Tamaulipas liefern sich das Golf-Kartell und die Bande Los Zetas seit vergangenem Jahr einen besonders brutalen Kampf. Los Zetas wurde von früheren Elitesoldaten gegründet, die in den neunziger Jahren desertierten, um für das Golf-Kartell zu arbeiten. Heute bekämpfen die Mitglieder von Los Zetas ihre ehemaligen Bosse.

Seit der mexikanische Präsident Felipe Calderón bei seinem Amtsantritt Ende 2006 den mächtigen Drogenbanden des Landes den Kampf angesagt hatte, sind in dem Drogenkrieg etwa 37.000 Menschen ums Leben gekommen.

.

bim/AFP