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Zetas-Boss Heriberto Lazcano ist tot: Schlag auf Schlag in Mexiko

Foto: AP/ Mexican Attorney Generals Office

Zetas-Kartell in Mexiko Bewaffnete stehlen Leiche von Drogenboss Z-3

Ein Abgleich der Fingerabdrücke hat Gewissheit gebracht: Der gefürchtete Drogenboss Heriberto Lazcano ist tot. Die mexikanische Marine erschoss den Anführer des mächtigen und brutalen Kartells Los Zetas - ließ sich die Leiche aber stehlen.

Mexiko-Stadt - Es ist einer der größten Schläge im militärischen Kampf der mexikanischen Regierung gegen die Drogenkartelle des Landes: Der Boss der Los Zetas ist tot. Forensische Untersuchungen bestätigten, dass Heriberto Lazcano alias El Lazca alias Z-3 in einer Schießerei getötet wurde, teilte die mexikanische Marine mit. Dies habe der Abgleich von Fingerabdrücken ergeben.

Dem Militär zufolge wurden unmittelbar nach der Schießerei am Sonntag bei dem Erschossenen Fingerabdrücke genommen und mit vorhandenen Daten abgeglichen. Dabei habe es Übereinstimmungen mit Lazcanos Fingerabrücken gegeben. Außerdem seien von der Leiche Fotos gemacht worden, die ebenfalls zu dem Zetas-Boss passten.

Allerdings hat der Triumph einen bitteren Beigeschmack: Die nationalen Behörden mussten einräumen, nicht mehr im Besitz der Leiche zu sein. Man habe den Toten den lokalen Behörden übergeben, hieß es zunächst. Ein Staatsanwalt erklärte später, eine bewaffnete Gruppe habe die Leichen Lazcanos und des zweiten Mannes aus einem Bestattungsunternehmen gestohlen. Dies sei bereits am frühen Montagmorgen geschehen.

Zuvor hatten die Zeitungen "Reforma" und "Milenio" berichtet, die Leiche sei nach ersten Untersuchungen verschwunden. Ein bewaffnetes Kommando habe die Leiche verschleppt. "Milenio" schrieb, möglicherweise hätten Angehörige des Drogenbosses den Toten mitgenommen.

Lazcano war einer der meistgesuchten Kriminellen des Landes. Auf den Boss und Mitbegründer des Zetas-Kartells hatten die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft und die USA ein Kopfgeld von insgesamt 7,3 Millionen Dollar ausgesetzt.

Marine wollte weitere Analysen abwarten

Zunächst hatten sich Behörden vorsichtig über die Schießerei mit Marinesoldaten im Bundesstaat Coahuila nahe der Grenze zu Texas geäußert, bei der am Sonntag zwei Männer getötet worden waren. Sie hatten zwar den Verdacht, dass einer von ihnen Lazcano war, wollten aber weitere Analysen abwarten, um Sicherheit über die Identität des Toten zu erlangen. Bereits 2007 war Lazcano nach einer Schießerei mit Sicherheitskräften für tot erklärt worden, was sich allerdings nicht bestätigt hatte.

Die Marine hatte am Sonntag nach eigenen Angaben einen Hinweis von Bürgern bekommen, in Progreso im Norden Mexikos hielten sich Bewaffnete auf. Eine Patrouille sei bei der Überprüfung der Information beschossen worden, ein Marinesoldat wurde verletzt.

Die Zetas gelten als brutalstes und zweitgrößtes Drogenkartell des Landes. Sie wurden von früheren Mitgliedern einer Eliteeinheit gegründet und kontrollieren weite Teile des Nordens und Ostens von Mexiko. Mittlerweile hat die Bande ihren Einfluss bis nach Guatemala und in andere Länder Mittelamerikas ausgedehnt. Los Zetas sind nicht nur im Drogenhandel aktiv, sie erpressen auch Migranten auf deren Weg in die USA. Außerdem verlangen sie von Casinos, Restaurants, Hotels und Nachtbars Schutzgeld.

Die Verbrecherorganisation wird jedoch seit einiger Zeit von einem internen Machtkampf erschüttert: Lazcano und der zweite Mann, Miguel Ángel Treviño Morales alias Z-40, hatten sich offenbar zerstritten.

siu/Reuters/AP/dpa
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