Drogenkrieg in Mexiko Unbekannte greifen Stromversorger und Tankstellen an

Mehr als 400.000 Menschen waren ohne Strom: Im mexikanischen Bundesstaat Michoacán haben Unbekannte mehrere Anlagen der staatlichen Energieversorgung angegriffen. Vorausgegangen war eine Demonstration einer Bürgerwehr gegen die mächtigen Drogenkartelle.
Polizisten sichern eine Tankstelle im mexikanischen Morelia: Angriffe nach Bürgerwehr-Demo

Polizisten sichern eine Tankstelle im mexikanischen Morelia: Angriffe nach Bürgerwehr-Demo

Foto: STRINGER/MEXICO/ REUTERS

Mexiko-Stadt - Mit Bombenanschlägen auf mindestens neun Umspannwerke haben Unbekannte die Stromversorgung in mehreren Städten des mexikanischen Bundesstaats Michoacán lahmgelegt. In den Ortschaften Zamora, La Piedad, Apatzingán, Zinapécuaro und Uruapan seien 420.000 Menschen vorübergehend ohne Strom gewesen, teilte das mexikanische Innenministerium mit. Zudem seien sechs Tankstellen in verschiedenen Städten mit Feuerwaffen angegriffen worden. Verletzte habe es nicht gegeben.

Zur Identität der Angreifer machte die Regierung keine offiziellen Angaben. Die konzertierte Aktion lässt jedoch auf Drogenkartelle schließen. Im Bundesstaat Michoacán sind die Banden "Los Caballeros Templarios", "Jalisco Nueva Generación" und "Los Zetas" aktiv.

Der Vorfall ereignete sich einen Tag, nachdem eine Bürgerwehr durch die Stadt Apatzingán gezogen war - eine Hochburg des Tempelritter-Kartells. Die Demonstration richtete sich gegen die mächtigen Drogenbanden. Unbekannte hatten auf die Bürgerwehr geschossen, unbestätigten Berichten zufolge soll es einen Toten gegeben haben.

Die Bundesregierung hatte im Mai Tausende Soldaten nach Michoacán entsandt, um nach Monaten der Gewalt zwischen rivalisierenden Drogenbanden wieder Ruhe herzustellen. Die Eskalation der Gewalt hatte in mehreren Städten zur Bildung bewaffneter Bürgerwehren geführt, um sich gegen die Welle der Erpressungen, Entführungen und Ermordungen zur Wehr zu setzen.

In Mexiko wurden in den vergangenen Jahren im Drogenkrieg landesweit mehr als 77.000 Menschen getötet.

hut/dpa/AFP
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