Drogenkrieg in Mexiko Unbekannte enthaupten acht Soldaten

Neue Eskalation im mexikanischen Drogenkrieg: In der Stadt Chilpancingo sind die abgetrennten Köpfe von neun Männern gefunden worden. Acht Opfer konnten inzwischen als Soldaten identifiziert werden.


Mexiko-Stadt - Die abgetrennten Köpfe von neun Männern sind in der Stadt Chilpancingo aufgefunden worden. Nach Angaben der Polizei in der Hauptstadt des Bundesstaates Guerrero, rund 300 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt, befanden sich die Köpfe allesamt in einem Plastiksack. Die dazugehörigen Körper seien später an zwei verschiedenen Orten entdeckt worden, hieß es.

Bei den Opfern sei eine auf Feinpappe geschriebene Botschaft abgelegt worden, auf der die mutmaßlichen Mörder damit drohten, dass sie für jeden Toten in ihren Reihen, zehn Personen töten würden. Seit einigen Jahren ist es angesichts des brutalen Krieges der mexikanischen Drogenkartelle üblich geworden, die "Hinrichtungen" und Racheakte mit Botschaften zu versehen.

Inzwischen haben die Ermittlungsbehörden acht Tote als Armeeangehörige identifizieren können, das neunte Opfer sei Anwalt gewesen. Ihre Körper hätten Zeichen von Folterungen aufgewiesen, teilte die Polizei mit. "Sie versuchen, das Militär einzuschüchtern. Ungeachtet dessen versprechen wir, den Kampf fortzusetzen", hieß es umgehend aus dem Verteidigungsministerium.

Im mexikanischen Drogenkrieg sind alleine in diesem Jahr mehr als 5300 Menschen ums Leben gekommen. Inzwischen setzt Mexikos Präsident Felipe Calderón Zehntausende Soldaten im Kampf gegen die Kartelle ein. Zu häufig haben sich örtliche Polizisten als korrupt erwiesen.

jdl/dpa/Reuters



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