Drogenschmuggel Japaner verurteilen deutschen Rentner zu langer Haft

Ein 67-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen schmuggelte Drogen nach Japan - und muss für neun Jahre ins Gefängnis. Der Mann behauptet, er sei auf Trickbetrüger hereingefallen.


Ein Rentner aus Nordrhein-Westfalen ist in Japan zu neun Jahren Haft wegen Drogenschmuggels verurteilt worden. Das Auswärtige Amt bestätigte einen Zeitungsbericht über die Entscheidung des Gerichts in Hiroshima. "Das deutsche Generalkonsulat in Osaka steht sowohl mit dem Betroffenen als auch mit dessen Angehörigen in Kontakt", sagte eine Sprecherin.

Der Mann muss auch 25.000 Euro Geldstrafe zahlen. Japanische Beamte hatten den 67-Jährigen aus Bad Salzuflen im Februar bei einer Zollkontrolle festgenommen.

Gewinnversprechen in der Post

Nach Darstellung seiner Familie ist der Mann allerdings ohne sein Wissen als Drogenkurier missbraucht worden, wie das "Westfalen-Blatt" berichtete. Der Rentner sei auf ein Gewinnversprechen in der Post hereingefallen.

In einem Schreiben hatte es geheißen, ein reicher Japaner habe verfügt, dass sein Vermögen an Bedürftige in der ganzen Welt verteilt werde. Auf den Rentner würden in Japan 50.000 Euro warten. Warnungen seiner Kinder habe der Mann ausgeschlagen, als ihm ein Flugticket und eine Hotelreservierung zugeschickt wurden.

Nach Darstellung seiner Kinder überreichte eine Frau dem Familienvater auf dem Weg über Hongkong und Shanghai auf einem der Flughäfen eine Tasche. Darin seien Geschenke für Frau und Kinder, habe es geheißen. Ohne dies zu prüfen, sei der 67-Jährige durch die Zollkontrolle gegangen, bei der Drogen gefunden wurden.

sms/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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windpillow 27.10.2015
1. Schluß mit Lustig
Der Rentner kann noch froh sein, nicht in Malaysia oder Singapore geschnappt worden zu sein. Da müßte er nämlich jetzt sein Testament machen.
g.s.hess 27.10.2015
2.
Selber schuld. Er hat ja nichtmal auf seine Kinder gehört. Und so super neu ist die Masche ja auch nicht. Fragt nicht auch der Zoll ob man nur sein eigenes Gepäck hat ?
lord.speedy 27.10.2015
3. Gutgläubiger Mensch!
Nun ja, das er ein wenig gutgläubig war, ist ja klar. Aber für FREMDE LEUTE etwas mitnehmen, die man gar nicht kennt, ist schon ein wenig fahrlässig. Aber er hat ja richtig Glück gehabt!
frenchie3 27.10.2015
4. So ein Klassiker
Seit Jahrzenten wird vor so was gewarnt. Auch auf Flughäfen und vom Zoll wird davor gewarnt etwas für Fremde mitzunehmen. Drogen, Bomben, Porno, alles möglich. Dummheit an sich ist nicht strafbar, die Folgen wohl
sb411 29.10.2015
5. Ziemlich üble Kommentare hier
Das Verhalten dieses Rentners spricht klar für Altersdemenz, die einen mit 67 Jahren schon treffen kann. Da wird der Betroffene ganz schnell kritikunfähig und macht Dinge, die ein gesunder Mensch nicht machen würde, ohne, dass das Umfeld die Krankheit vorher bemerkt. Ich verstehe nicht, wie man bei einem solchen Schicksal schadenfrohe Kommentare abgeben kann.
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