Anschlag auf Marathon Supreme Court bestätigt Todesurteil für »Boston-Bomber«

Dschochar Zarnajew und sein Bruder zündeten beim Boston Marathon zwei Bomben im Zielbereich. Drei Menschen starben, 260 wurden verletzt. Nun hat das oberste US-Gericht das Todesurteil für rechtmäßig erklärt.
Gerichtszeichnung von Dschochar Zarnajew (Archivbild): »Abscheuliche Verbrechen begangen«

Gerichtszeichnung von Dschochar Zarnajew (Archivbild): »Abscheuliche Verbrechen begangen«

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Jane Flavell Collins/ AP/dpa

Dem »Boston-Bomber« Dschochar Zarnajew droht nun doch die Hinrichtung. Der Oberste Gerichtshof der USA hat entschieden, dass die zuvor im Prozess um den islamistischen Bombenanschlag auf den Marathonlauf in Boston 2013 verhängte Todesstrafe rechtmäßig ergangen sei.

Ein Berufungsgericht hatte 2020 das Todesurteil gegen den gebürtigen Tschetschenen aufgehoben und unter anderem argumentiert, in dem Prozess sei nicht sichergestellt worden, dass die Geschworenen unvoreingenommen gegenüber Zarnajew gewesen seien. Der Supreme Court kehrte diesen Beschluss in seiner Entscheidung nun um.

»Dschochar Zarnajew hat abscheuliche Verbrechen begangen«, heißt es in den Ausführungen des Supreme Court. Die Verfassung garantiere ihm dennoch ein faires Verfahren vor einer unparteiischen Jury. Das habe er bekommen. Das Urteil des Berufungsgerichts werde daher aufgehoben.

Drei Menschen getötet

Zarnajew hatte im April 2013 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Tamerlan im Zieleinlauf des Marathons in Boston im Bundesstaat Massachusetts zwei mit Schnellkochtöpfen gebastelte Sprengsätze gezündet. Dabei waren drei Menschen – darunter ein achtjähriger Junge – getötet und 260 Menschen verletzt worden. Bei einer tagelangen Verfolgungsjagd waren Tamerlan Zarnajew und ein Polizist getötet worden. Dschochar Zarnajew war kurz nach dem Anschlag schwer verletzt gefasst worden. Er gestand die Tat und sitzt heute in einem Hochsicherheitsgefängnis.

Zarnajew konnte zum Tode verurteilt werden, obwohl Massachusetts die Todesstrafe bereits in den frühen Achtzigerjahren abgeschafft hatte, weil er nach Bundesrecht vor Gericht gestellt wurde.

ptz/dpa