Auftragsmord in der Karibik Ehefrau in Düsseldorf zu lebenslanger Haft verurteilt

Das Düsseldorfer Landgericht hat eine 45-Jährige zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Frau hatte gestanden, in der Dominikanischen Republik einen Killer für die Ermordung ihres Mannes angeheuert zu haben.

Angeklagte vor Gericht in Düsseldorf (Archiv)
DPA

Angeklagte vor Gericht in Düsseldorf (Archiv)


Die Drahtzieherin eines Mordes in der Karibik ist in Düsseldorf zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die 45-Jährige habe veranlasst, dass ihr Mann an einer einsamen Landstraße in der Dominikanischen Republik durch einen Schuss in den Hinterkopf heimtückisch getötet worden sei, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Drees.

Ohne ihr Geständnis wäre die Ermordung des 56-Jährigen aus Ratingen bei Düsseldorf wohl nie aufgeklärt worden. Das Landgericht hätte wegen des Geständnisses gerne eine mildere Strafe verhängt, dies sei aber rechtlich nicht möglich, sagte Drees. Der Mord-Paragraf lasse dies nicht zu. "Diese Gerechtigkeitslücke bereitet uns einen gewissen Kummer."

Die Verurteilte hatte zunächst bei der Polizei in Begleitung eines Anwalts ein Geständnis abgelegt, dieses im Gerichtssaal aber widerrufen. Das Gericht befand nun, dass sie bei der Polizei die Wahrheit gesagt habe. In ihrem Schlusswort hatte die Angeklagte unter Tränen eingeräumt, bei dem Mord dabei gewesen zu sein. Sie habe aber nichts mit der Tat zu tun und sei völlig überrascht gewesen, als der Schuss fiel. Ihre Töchter bat sie dennoch um Verzeihung.

"Ich bin die Stimme meines Vaters"

Eine ihrer Töchter hatte auf ihr Schweigerecht verzichtet und im Prozess gegen die eigene Mutter ausgesagt: "Ich bin die Stimme meines Vaters. Der kann sich ja nicht mehr wehren", hatte die 27-Jährige gesagt. Dann berichtete sie, dass ihre Mutter den Mord bereits ihrer jüngeren Schwester gestanden habe.

Laut Anklage hatte die dreifache Mutter für umgerechnet 2000 Euro einen Killer mit dem Spitznamen "Mongo" angeheuert. Bei der Tat soll sie neben ihrem Mann in einem Auto auf dem Beifahrersitz gesessen haben, während der Auftragskiller von der Rückbank aus die tödliche Kugel abgefeuert habe. Zuvor habe die Frau ein dringendes Bedürfnis vorgetäuscht, um ihren Mann dazu zu bringen, das Auto zu stoppen.

Die Leiche des 56-Jährigen war Ende Dezember 2015 in einem Auto bei Puerto Plata in der Dominikanischen Republik mit einem Einschussloch im Hinterkopf entdeckt worden. Gegen den mutmaßlichen Auftragsmörder wird in der Dominikanischen Republik ermittelt.

Der Staatsanwalt hatte Habgier als Motiv des Mordes vermutet, bewiesen werden konnte dies aber nicht. Die Frau hatte beklagt, dass sie als Prostituierte habe arbeiten müssen, weil sie von ihrem Mann so wenig Unterhalt bekommen habe. Das Paar lebte seit 20 Jahren getrennt.

wit/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.