Entscheidung des Düsseldorfer Landgerichts Duisburger Islamist zu fast fünf Jahren Haft verurteilt

Er zahlte dem »Islamischen Staat« Geld und unterbreitete Vorschläge für Anschläge: Ein 27-Jähriger muss einem Gerichtsurteil zufolge mehrere Jahre lang in Haft. Aufgeflogen war er offenbar durch das FBI.
Landgericht Düsseldorf (Archivbild)

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Michael Gstettenbauer / imago images

Ein 27 Jahre alter Islamist aus Duisburg ist zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Landgericht sprach den Mann wegen Terrorfinanzierung und des Versuchs der Beteiligung an schweren Verbrechen schuldig.

»Sie haben 15 konkrete Anschlagsziele in Israel benannt und die Kosten genau kalkuliert«, sagte die Vorsitzende Richterin. »Sie haben den Tod von zahlreichen Menschen geplant und dabei Mordmerkmale wie Heimtücke erfüllt.«

Der Mann hatte gestanden, im Mai 2021 den Treueeid auf die Terrorgruppe »Islamischer Staat« (IS) geleistet und diese mit 250 Euro finanziell unterstützt zu haben.

Kontaktmann war offenbar FBI-Ermittler

Zudem gestand er, dass er zwischen April und Mai 2021 über den Telegram-Messengerdienst einem vermeintlichen Kontaktmann des IS zahlreiche Ideen für Terroranschläge an belebten Plätzen in Israel präsentiert habe, darunter Sprengstoff- und Gewehranschläge an Busstationen, Einkaufszentren und auf den Flughafen Ben Gurion. Bei dem vermeintlichen Kontaktmann dürfte es sich aber um einen verdeckten Ermittler der US-Bundespolizei FBI gehandelt haben.

»Ich bereue das und möchte mich bei allen betroffenen Staaten wie den USA, der Türkei, Israel und Deutschland entschuldigen«, sagte der 27-Jährige, der zuletzt als Auslieferungsfahrer gearbeitet hatte. An die Realisierung seiner Terrorpläne habe er selbst kaum geglaubt. Die USA hätten ihm schon 2016 die Einreise verweigert. Damals habe er sich ein Flugticket besorgt, um in New York am neuen World Trade Center mit einem Auto in eine Menschenmenge zu fahren.

Der Deutsche sagte über sein Motiv, er fühle sich in Deutschland wegen seiner Herkunft ausgegrenzt. Seine Eltern stammen aus Kasachstan.

Der Mann war nach einem Hinweis von US-Behörden am 27. Mai vergangenen Jahres festgenommen worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

ptz/dpa