Urteil in Düsseldorf Frau auf Zebrastreifen totgefahren - Bewährungsstrafe für 91-Jährigen

Eine Frau starb, nachdem sie in Düsseldorf auf einem Zebrastreifen von einem Auto erfasst wurde. Nun ist der 91-jährige Fahrer verurteilt worden. Offenbar hatte er trotz eines Augenleidens seinen Führerschein behalten.

Ein 91-jähriger Mann hatte mit seinem Auto eine Frau erfasst. Nun ist er verurteilt worden
Marcel Kusch/dpa

Ein 91-jähriger Mann hatte mit seinem Auto eine Frau erfasst. Nun ist er verurteilt worden


Weil er eine Fußgängerin auf einem Zebrastreifen totgefahren hat, ist ein 91-Jähriger in Düsseldorf zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Eine Amtsrichterin sprach den Mann wegen fahrlässiger Tötung schuldig. Außerdem muss der Rentner 7200 Euro in Raten an eine Unfallopferhilfe zahlen.

Zeugen hatten ausgesagt, dass der Senior bereits vor dem Unfall sehbehindert gewesen und ihm mehrmals geraten worden sei, seinen 1946 erworbenen Führerschein abzugeben.

Er habe von seinem Augenleiden gewusst, räumte der Rentner ein. Es sei aber nicht so schlimm gewesen und habe ihn kaum beeinträchtigt. Er habe die Frau übersehen, weil er in dem Moment sein Autoradio bedient habe. An jenem Tag vor neun Monaten sei er gerade aus der Klinik zurückgekommen, wo er seine schwerkranke Frau versorgt habe. Seinen Führerschein gab er auf Anraten seines Anwalts nach dem Unfall ab.

Ein Gutachter berichtete, dass der Senior dem Verletzungsbild des Opfers zufolge mit 30 bis 45 Stundenkilometer in der Tempo-30-Zone unterwegs gewesen sein müsse und 50 Meter nach dem Aufprall angehalten habe.

Angehörige der getöteten 69-Jährigen kritisierten, dass der Unfallfahrer sich bei ihnen nie gemeldet und entschuldigt habe. Mit dem Strafmaß ging die Richterin über die von der Staatsanwaltschaft geforderten acht Monate hinaus. Sie hielt dem Angeklagten zugute, dass er keine Vorstrafen und keinen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei hatte.

cop/dpa



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