Landgericht Düsseldorf Michael Wendler verliert Prozess gegen seinen Schönheitschirurgen

In einem Interview sprach Michael Wendlers Schönheitschirurg über eine Nasen-OP des Sängers. Der beklagte einen Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht. Ein Gericht sieht das anders.
Michael Wendler (März 2020): Nase korrigiert

Michael Wendler (März 2020): Nase korrigiert

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Ein Düsseldorfer Schönheitschirurg hat nicht gegen seine ärztliche Schweigepflicht verstoßen, indem er öffentlich über eine Nasenkorrektur beim Schlagersänger Michael Wendler gesprochen hat. Das hat das Landgericht Düsseldorf entschieden und einen entsprechenden Unterlassungsantrag des 49 Jahre alten Musikers zurückgewiesen.

Anlass war ein Interview, das der Düsseldorfer Mediziner Mitte Februar der »Bild«-Zeitung gegeben hatte. Darin hatte der Beauty-Doc Details zu einer Nasenkorrektur genannt, der sich Michael Wendler knapp zwei Jahre zuvor bei ihm in Düsseldorf unterzogen hatte.

Nasenkorrektur war auch durch Doku bekannt

Das sei ein Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht, fand der Sänger, der mit bürgerlichem Namen Michael Norberg heißt. Er wollte dem Operateur entsprechende Aussagen per einstweiliger Verfügung untersagen lassen.

In einer schriftlichen Mitteilung der Verteidigung hieß es dazu: »Mein Mandant war aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung berechtigt, sich zum Arzt-Patienten-Verhältnis zwischen ihm und Herrn Norberg zu äußern.«

Das sah die 12. Zivilkammer des Düsseldorfer Landgerichts genauso. »Wir sind der Auffassung, dass der Arzt umfassend von seiner ärztlichen Schweigepflicht entbunden wurde«, so die Vorsitzende Richterin: »Und das umfasst die gesamte Krankengeschichte in Bezug auf die Nasenkorrektur«. Diese sei ohnehin seit Ausstrahlung einer Reality-Doku über Wendler »öffentlich bekannt«.

Wendler hatte im Oktober 2020 einen Eklat ausgelöst, weil er der Bundesregierung »grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung« in der Coronakrise vorgeworfen hatte. Zudem beschuldigte er Fernsehsender – darunter seinen damaligen Haussender RTL –, »gleichgeschaltet« zu sein. RTL distanzierte sich damals und nannte Wendler einen »Verschwörungstheoretiker«.

ptz/dpa