Schäden nach Party Mutter zerrt eigenen Sohn vor Gericht

Die Eltern verreist, der Partykeller frei: Ein 24-Jähriger hatte in Düsseldorf zu einer Feier geladen - sehr zum Ärger seiner Mutter. Die Frau forderte Schadensersatz für diverse Kratzer und brachte deshalb sogar ihren Sohn vor Gericht.

Düsseldorf - Für die Familie war es ein Drama, für das Gericht eine Lappalie: Eine Mutter hat in Düsseldorf ein Verfahren gegen ihren Sohn angestrengt - wegen einer ausgeuferten Party. Die Eltern waren auf Reisen, und so wurden zehn Liter Wodka in den elterlichen Partykeller geschafft, dazu noch Bier und Kräuterschnaps. Nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub fand die Mutter ihre Duschwanne durch Sand verkratzt vor, einige Fliesen waren zerbrochen. Sie verlangte 1266 Euro für die Duschwanne, doch niemand wollte zahlen. Schließlich ging sie zur Polizei und stellte Strafantrag - ausdrücklich auch gegen den eigenen Sohn.

Die Staatsanwaltschaft hatte zweimal vergeblich versucht, das wegen Sachbeschädigung eingeleitete Verfahren einzustellen. Einmal hatte sich die Mutter dagegen gewehrt. Einem Täter-Opfer-Ausgleich wollten aber wiederum die Beschuldigten, die sich unschuldig fühlten, nicht zustimmen. Und so wurde nun in Saal E.111 des Düsseldorfer Amtsgerichts gegen vier junge Menschen wegen einer rauschenden Party verhandelt.

Auf der Anklagebank saßen die beiden Party-Veranstalter, darunter der 24-jährige Sohn, und zwei Gäste. "Es war klar, dass es bei dieser Party hoch hergehen würde", sagte ein Rechtsanwalt im Namen seines Mandanten. Der habe sich bereits am Nachmittag mit ein paar Bier warmgetrunken. Irgendwann habe er im Keller mit den Worten "Der Sandmann ist da" ein paar Hände Quarzsand aus einem Deko-Topf verstreut, da habe er wohl schon einige Longdrinks intus gehabt. Dann habe er sich ausgiebig mit der Zeugin S. beschäftigt. "Da war keine Möglichkeit mehr für andere Wahrnehmungen", sagte der Verteidiger.

Eine Studentin räumte schließlich ein, mit einem männlichen Gast ein Stockwerk höher in dem Badezimmer mit besagter Duschwanne gewesen zu sein. "Wegen der räumlichen Enge" habe sie sich in die Duschwanne gestellt, berichtete die junge Frau, in weißer Bluse und mit hochrotem Kopf. Sand habe sie dabei nicht bemerkt, und die Wanne sei auch noch in Ordnung gewesen, als sie die Örtlichkeit verlassen habe. Was in den Stunden geschehen sei, nachdem sie die Party längst verlassen hatte, könne sie natürlich nicht wissen.

Nach einer Stunde hatte Amtsrichterin Gabriele Kuhn genug gehört. Sie stellte das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein. Die Gerichtskosten trägt der Staat. Die geschädigte Mutter wurde als Zeugin gar nicht mehr gehört. Aufgebracht verließ sie das Gerichtsgebäude.

wit/dpa
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