Hells Angels Mutmaßlicher Mord in den eigenen Reihen – Angeklagte schweigen zu Prozessbeginn

Vor acht Jahren wurde ein Mitglied der Hells Angels getötet und zerstückelt. Nun stehen mehrere Männer in dem Fall vor Gericht – der mutmaßliche Haupttäter ist jedoch nicht dabei.
Vier von sechs Angeklagten im Duisburger Landgericht: Grausame Vorwürfe

Vier von sechs Angeklagten im Duisburger Landgericht: Grausame Vorwürfe

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Am Landgericht Duisburg hat der Prozess um einen mutmaßlichen Mord sowie einen mutmaßlichen versuchten Mord im Rockermilieu begonnen. Angeklagt sind sechs Männer, die zur Tatzeit Mitglieder der Hells Angels gewesen sein sollen. Die beiden mutmaßlichen Haupttäter sind laut Medienberichten allerdings nicht dabei, sie sollen weiterhin flüchtig sein.

Fünf der Angeklagten sollen im Januar 2014 an einem tödlichen Angriff auf einen Mann aus den eigenen Reihen beteiligt gewesen sein. Zum Prozessauftakt haben sich die 35 bis 46 Jahre alten Männer nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Das Opfer war laut Anklage in Mönchengladbach in einem Autoanhänger erschossen und anschließend zerstückelt worden. Die Körperteile wurden in Speisefässern verstaut, mit Beton übergossen und im Rhein sowie in anderen Gewässern versenkt. Später waren einzelne Leichenteile wieder aufgetaucht.

Das Opfer wurde verdächtigt, wie unter anderem der WDR  berichtet, Geheimnisse der Rockergang verraten zu haben. »Die Tötung diente der Beseitigung eines Verräters und damit der Festigung der Machtposition der Hells Angels«, heißt es in der Anklage.

Außerdem geht es im Prozess um einen weiteren Fall: Auch der Mordversuch an einem Mitglied des verfeindeten Motorradklubs Bandidos wird verhandelt. Auf den Mann war im November 2013 in Oberhausen geschossen worden. Das Opfer wurde von vier Kugeln getroffen, überlebte den Anschlag jedoch. Die Anklage lautet auf Mord, Mordversuch und Strafvereitelung.

Laut »WAZ«  sollen nicht alle Angeklagten an beiden Taten beteiligt gewesen sein.

bbr/dpa
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