Schrittgeschwindigkeit überschritten Dutzende Fußgänger in Northeim geblitzt

Als Fußgänger können Sie nicht geblitzt werden? In Northeim hat eine auf Schrittgeschwindigkeit eingestellte Tempofalle nun das Gegenteil gezeigt – und so mancher machte sich einen Spaß daraus.
Foto: Ralph Peters / imago images

Mit breit angelegten Geschwindigkeitskontrollen will die Polizei in mehreren Bundesländern am Mittwoch Raser ausbremsen. In Niedersachsen gingen den Behörden in der vergangenen Woche jedoch auch zahlreiche eher langsame Verkehrsteilnehmer in die Falle.

52 Menschen sind in Northeim von einer mobilen Blitzanlage in der Stadt  in Südniedersachsen geblitzt worden – zu Fuß wohlbemerkt. Die betreffende Straße sei ein ehemaliger Teil der Fußgängerzone, dort sei Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben, sagte eine Sprecherin des Landkreises. Sprich maximal 15 Kilometer pro Stunde.

In den sozialen Medien sind Aufnahmen zu sehen, wie sich Läufer einen Spaß daraus machen, beim Sprint durch die Messanlage geblitzt zu werden.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Mehrere Fußgängerinnen und Fußgänger wurden laut Landkreis geblitzt. Gemessen wurde vom 12. bis zum 15. April, erwischt wurden neben den Fußgängern auch 20 Radfahrer, 63 Autos und zwei Lastwagen.

Läufer mit 26 km/h geblitzt

Ausgelöst worden sei die Messung erst ab 20 Kilometern pro Stunde – »Überschreitungen« zu eiliger Fußgänger würden nicht geahndet. Einem Bericht der »Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen« zufolge registrierte die Anlage für den ersten Läufer immerhin 26 Kilometer pro Stunde.

Schneller war indes eine Autofahrerin in Grevenbroich in Nordrhein-Westfalen unterwegs, die innerorts in einer Tempo-50-Zone erwischt wurde. Sie versuchte laut Polizei jedoch, einem Bußgeld mit einem Verweis auf ein fehlendes Ortsschild zu entgehen. Sie habe deshalb nicht erkennen können, dass sie sich schon in einer geschlossenen Ortschaft befunden habe.

Tatsächlich entdeckten Polizistinnen vor der mobilen Messanlage das am Boden liegende Ortsschild. Es sei samt seinem Betonfundament ausgegraben worden. Der Autofahrerin nütze dies aber nicht: Das Ortsschild markiere dort nur einen anderen Stadtteil. Auch schon vor dem Schild habe sie sich innerorts befunden.

apr/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.