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Mutmaßliches rechtsextremes Attentat in Einbeck Knallkörper vom LKA

Zwei Männer sollen im Briefkasten einer Frau aus Einbeck einen Sprengkörper platziert haben. Nach SPIEGEL-Informationen hatten Ermittler die illegalen Böller zuvor vermutlich sichergestellt - und dann zurückgegeben.
aus DER SPIEGEL 27/2020
Foto: Swen Pförtner/ dpa

Bei einem Anschlag am 10. Juni auf den Briefkasten einer Rechtsextremismusgegnerin im niedersächsischen Einbeck wurde vermutlich ein Böller verwendet, den das Landeskriminalamt (LKA) zuvor bei einer Razzia sichergestellt und wieder zurückgegeben hatte. Das erfuhr der SPIEGEL aus Sicherheitskreisen.

Ein polizeibekannter 26-jähriger Rechtsextremist und ein 23-Jähriger sitzen in Untersuchungshaft. Die für Terrorismus zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Celle ermittelt gegen die beiden nach dem Anschlag auch wegen versuchter schwerer Brandstiftung.

Eine kriminaltechnische Untersuchung der Reste des Sprengkörpers hatte ergeben, dass die Substanz dem Sprengstoffgesetz unterliegt. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Staatsschutzabteilung des LKA bereits Anfang April bei einer Durchsuchung zweier Wohnungen von Rechtsextremen in der Einbecker Innenstadt auf Feuerwerkskörper gestoßen war. "Ab 18 Jahren frei verkäuflich", stand auf den Knallkörpern. Die Beamten gaben sie zurück.

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Erst später merkten die Staatsschützer, dass es sich um sogenannte Polenböller handelte, die sie bei der Razzia im Umfeld der nun Beschuldigten gefunden hatten, also um gefährliche und illegale Feuerwerkskörper. Beim Anschlag verwendeten die Angreifer dieselben oder baugleiche Böller.

gud
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