Interaktive Karte So viele Einbrüche gab es in Ihrer Region

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit mindestens 1999 gefallen. Doch es gibt regionale Unterschiede. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Spurensicherung nach Einbruch (Illustration)
Carsten Rehder/ DPA

Spurensicherung nach Einbruch (Illustration)

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Wohnungseinbrüche gehen den Menschen nahe. Steigt die Zahl der Fälle, steigt das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung, wie Studien zeigen. Es ist daher eine besonders gute Nachricht, die das Bundeskriminalamt in dieser Woche überbringen konnte: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist so niedrig wie seit mindestens 1999 nicht mehr.

Insgesamt rund 97.500 Fälle wurden 2018 in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) registriert - 18 Prozent weniger als im Vorjahr. In 45 Prozent davon waren die Täter nicht erfolgreich, es blieb beim versuchten Einbruch.

Deutschlandweit gab es 2018 durchschnittlich 118 Einbrüche pro 100.000 Einwohner. Doch es gibt starke regionale Unterschiede. Die Täter schlagen seit Jahren vornehmlich in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein zu. Aber auch rund um Berlin und in Teilen von Hessen und Rheinland-Pfalz sind die Zahlen höher. Gerade in diesen Gegenden waren im vergangenen Jahr aber auch die Rückgänge besonders stark.

Die Karte zeigt die Zahl der Einbrüche pro 100.000 Einwohner und die Veränderung von 2017 auf 2018:

So viele Einbrüche gab es in Ihrer Region


Das Bundeskriminalamt weist die Einbruchzahlen für alle 401 Landkreise in Deutschland aus. In 260 Landkreisen sank im vergangenen Jahr die Zahl der Taten und Tatversuche, in 56 davon sehr stark um mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner. In weiteren 62 Kreisen gab es kaum Veränderungen. Das betrifft vor allem Mittel- und Ostdeutschland sowie das südliche Bayern.

In 79 Landkreisen stiegen die Einbruchzahlen entgegen dem allgemeinen Trend meist in einem moderaten Ausmaß. Ein räumliches Muster ist hier kaum zu erkennen - allenfalls entlang der deutsch-französischen Grenze und rund um den Harz scheint es Häufungen zu geben.

Im Video: Hamburger "Soko Castle" auf Einbrecherjagd

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Hohe Anzeigequote bei Einbrüchen

Für die allermeisten Delikte ist die PKS kein gutes Mittel, um das Ausmaß von Kriminalität zu erfassen - entweder weil die Polizei von der Mehrzahl der Straftaten nie erfährt, weil die Opfer sie nicht anzeigen, oder weil die Delikte aus statistischen Gründen nicht in der PKS auftauchen, etwa wenn ein Täter über das Internet aus dem Ausland agiert.

Wohnungseinbrüche sind eine seltene Ausnahme: Die Anzeigequote bei vollendeten Einbrüchen liegt bei annähernd hundert Prozent, unter anderem weil die Eigentümer den Nachweis für die Versicherung benötigen. Auch bei Versuchen liegt sie mit rund 60 Prozent noch vergleichsweise hoch.

insgesamt 30 Beiträge
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Venturalix 07.04.2019
1. Seltsam
Im eher reichen Bayern ist die Karte recht hell... Könnte ein Hinweis darauf sein, dass der bayerische Kontrolldruck der Polizei und eine im Bundesvergleich eher härtere Gangart der Gerichte eine gewisse Wirkung zeigt...
Ollin 07.04.2019
2. Ursachen der Unterschiede erklären
Es wäre interessant zu erfahren wie die kriminalitische Fotschung die großen regionalen Unterschiede bzw. die jeweils niedrigen Einbruchsraten im Süden und die höheren Raten im Norden erklärt. Diese Karten sehen seit Jahren gleich aus. Die aktuellen Änderung sind interessant, aber wie gesagt interessant wäre die Frage wie der Staat diesbezüglich bundesweit gleiche Verhältnisse schaffen könnte, die ja rein statistisch anzunehmen wären, oder nicht?
AlexSp 07.04.2019
3. Nicht jeder Einbruch wird zur Anzeige gebracht
Sie sollten den Titel abändern, So viele "Gemeldete" Einbrüche gab es in Ihrer Region.
ItchyDE 07.04.2019
4.
So viel zu der bei uns in der Gegend immer gern geäußerten Vermutung, dass in den Grenzgebieten nach Tschechien quasi jedes Haus von marodierenden osteuropäischen Banden geplündert wird. Wenn man sich die Karte ansieht, muss man wohl eher von Französischen, Belgischen und Holländischen Banden ausgehen :)
wi_hartmann@t-online.de 07.04.2019
5.
Im schönen Bayernland und auch der Pfalz fühlen sich die Einbrecher anscheinend nicht so wohl, obwohl dort wohl- habende Bürger ihr zuhause haben. NRW ist wie nicht anders zu erwarten einsame Spitze, zudem es dort schon rechtsfreie Räume gibt, wo Polizei und Staat schon längst kapituliert hat.
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