Kriminalstatistik Zahl der Wohnungseinbrüche bundesweit erneut gesunken

Seit Jahren verzeichnet die Polizei weniger Einbrüche - nun ist die Zahl bundesweit unter die Marke von 100.000 gefallen. In zwei Ländern jedoch gab es wieder mehr Fälle.

Einbrecher (Symbolbild)
Daniel Maurer/dpa

Einbrecher (Symbolbild)


Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser ist im vergangenen Jahr abermals gesunken. Das berichtet die "Welt am Sonntag" und beruft sich auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2018. Demnach registrierte die Polizei 97.504 solcher Straftaten - ein Minus von 16,3 Prozent im Vergleich zu 2017. Damit ist die Zahl die niedrigste seit mindestens 1999.

Damals wies die Kriminalstatistik rund 149.000 Fälle von sogenanntem Wohnungseinbruchdiebstahl aus. In den Jahren 2008 bis 2015 waren die Zahlen kontinuierlich gestiegen - bis auf 167.136. Seit dem Jahr 2016 geht dieser Wert, der auch versuchte Einbrüche umfasst, wieder zurück.

Den höchsten prozentualen Rückgang bei den Einbrüchen gab es 2018 demnach in den Ländern Bremen/Bremerhaven, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Einen Anstieg hatten als einzige Länder das Saarland und Sachsen-Anhalt zu verzeichnen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die Statistik in der kommenden Woche vorstellen.

Die PKS ist nicht unumstritten. Sie ist äußert komplex und erlaubt den Fachleuten in den Ministerien, positiv stimmende Entwicklungen zu entdecken und diese dann zu verbreiten. Sie hat teilweise nur begrenzte Aussagekraft (mehr dazu lesen Sie hier ). Bei der Häufigkeit von Einbrüchen ist die Statistik hingegen sehr genau, weil Delikte hier sehr oft angezeigt werden. Die Dunkelziffer ist vergleichsweise niedrig.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) nennt als einen Grund für den Rückgang, dass der Einbruch in eine Privatwohnung seit dem Sommer 2017 zum "Verbrechenstatbestand" gehöre. Die Mindestfreiheitsstrafe wurde von sechs Monaten auf ein Jahr angehoben, die Höchststrafe beträgt nun zehn Jahre. "Damit hat der abschreckende Effekt zugenommen", sagte Mäurer der "Welt am Sonntag". Außerdem investierten immer mehr Eigentümer in Sicherungstechnik.

Diese Entwicklung reduziert zudem den Gesamtschaden. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ging die Entschädigungsleistung um rund 14 Prozent auf 310 Millionen Euro zurück, wie die Zeitung berichtet. Dem GDV zufolge verursacht ein Einbruch im Schnitt einen Schaden von rund 2850 Euro.

Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen bleibt hingegen niedrig. Sie stieg von 17,8 Prozent im Jahr 2017 auf zuletzt 18,1 Prozent.

mho/AFP



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