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29. Januar 2019, 18:10 Uhr

Verfahren in New York

"El Chapo" schweigt zu Vorwürfen in Drogenprozess

Das Verfahren gegen den früheren Drogenboss Joaquín Guzmán neigt sich dem Ende zu. Doch der "El Chapo" genannte Clanchef will sich nicht zu den Anschuldigungen äußern.

Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán will zu den im Strafprozess gegen ihn erhobenen Vorwürfen nicht aussagen. Das ließ Guzmán am Montag verlauten - und beendete damit tagelange Spekulationen über eine mögliche Aussage. Bereits am Mittwoch und Donnerstag könnten damit in dem Verfahren die Schlussvorträge gehalten werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess massenhaft Beweise gegen den 61-Jährigen Guzmán vorgetragen - darunter Fotos und Handy-Nachrichten. Mehr als 50 Zeugen wurden aufgerufen.

Guzmán muss sich in New York unter anderem wegen Drogenschmuggels, Waffenhandels und Geldwäsche verantworten. Laut Anklage soll das mexikanische Sinaloa-Kartell unter seiner Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen anderer Drogen in die USA geschmuggelt haben. Die US-Regierung wirft dem in 17 Punkten angeklagten Guzmán vor, auch für den Tod Tausender Menschen verantwortlich zu sein.

Die Jury könnte bereits Freitag mit Beratungen beginnen

Der frühere Kartell-Boss war in Mexiko verhaftet und Anfang 2017 an die USA ausgeliefert worden. Seither sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis in New York. Der von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitete Prozess gegen Guzmán hatte Anfang November begonnen. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Die Todesstrafe ist nach einer Absprache zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen.

Die Staatsanwaltschaft beendete ihre Beweisführung am Montag. Die Ausführungen der Verteidigung dürften voraussichtlich einige Tage dauern. Schon diesen Freitag könnte die zwölfköpfige Jury mit ihren Beratungen beginnen. Offen ist, wie lange sie für ihr Urteil braucht und wann im Fall einer Verurteilung Guzmáns ein Strafmaß verkündet werden könnte.

apr/dpa/Reuters

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