Fahndung nach "El Chapo" Mexiko lobt 3,4 Millionen Euro Belohnung aus

Wer weiß, wo "El Chapo" ist? Mexikos Sicherheitskräfte suchen mit Hochdruck nach dem geflohenen Drogenboss. Eine Belohnung in Millionenhöhe soll mögliche Mitwisser zum Auspacken bewegen.

Fahndungsbild von "El Chapo": Drogenboss hatte Komplizen im Gefängnis
AFP

Fahndungsbild von "El Chapo": Drogenboss hatte Komplizen im Gefängnis


Bei seiner Flucht aus einem mexikanischen Gefängnis hat Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán Hilfe von Angehörigen des Sicherheitspersonals gehabt. Nur so lasse sich der spektakuläre Ausbruch aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano erklären, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am Montag. Der Gefängnisdirektor sei bereits entlassen worden.

Polizei und Streitkräfte suchen im ganzen Land nach Guzmán. Über die internationale Polizeibehörde Interpol ist der Drogenboss weltweit zur Fahndung ausgeschrieben worden. Für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, lobte die Generalstaatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 60 Millionen Pesos aus. Das sind umgerechnet rund 3,4 Millionen Euro.

Die Flucht von "El Chapo" ist ein herber Rückschlag für die Sicherheitsstrategie von Präsident Enrique Peña Nieto. Seit Beginn seiner Amtszeit Ende 2012 wurden 93 der 122 meistgesuchten Verbrecher des Landes getötet oder gefasst. Die Festnahme von Guzmán im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg für die Regierung. Eine erneute Flucht von "El Chapo" sei "unverzeihlich", sagte Peña Nieto damals.

Innenminister Osorio Chong schloss Nachlässigkeit seitens des Staates aus, obwohl sowohl mexikanische als auch US-Behörden von Fluchtplänen gewusst haben sollen.

Die Haftanstalt entspreche internationalen Standards, betonte der Politiker. Ein Großteil des Gebäudes werde mit Videokameras überwacht, zudem habe "El Chapo" eine elektronische Fessel getragen. Trotz der höchsten Sicherheitsstufe sei Guzmán die Flucht geglückt. "Dieser Fehler beschämt uns alle", sagte Osorio Chong.

Guzmán war am Samstag durch einen heimlich gegrabenen Tunnel aus dem Gefängnis im zentral gelegenen Bundesstaat México entkommen. Der unterirdische Gang ist nach Angaben der Behörden 1,5 Kilometer lang, rund 1,70 Meter hoch, 80 Zentimeter breit und verfügt über eine Luftzufuhr sowie Beleuchtung. Mit einem Motorrad, das auf Schienen fuhr, wurde die Erde aus dem Tunnel abtransportiert.

Es ist bereits die zweite Flucht von "El Chapo" aus einem Hochsicherheitsgefängnis. In einem Wäschewagen entkam er 2001 aus einer Haftanstalt und wurde erst 2014 wieder gefasst. Guzmán war der Kopf des mächtigen Drogenkartells von Sinaloa und einer der meistgesuchten Verbrecher der Welt.

Im Video: Der Tunneleingang war in der Dusche

syd/dpa/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
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Alukappe 14.07.2015
1. Intensive Suche
Man kann nur hoffen, daß die Szene im Video, in dem ein Polizist den Transporter überprüft, für die Journalisten gestellt ist. Ansonsten wundert es mich überhaupt nicht, daß Chapo entkommen konnte. "Oh, da stehen ja Kartons an der Tür und man kann nicht dahintersehen, dann kann da ja auch niemand drin sein, ich mach die Tür lieber schnell wieder zu, bevor noch ein wertvoller Karton herausfällt."
caro1234 14.07.2015
2. wen wunderts
andernsort würde dieser Herr in einen Stahlcubus eingesperrt im 10 Stock, doch auch da käme er raus. Bekanntlich besitzen Mexicos Dorgenkartelle U-Bote, Kampfjet und sicher sehr viele Kontakte die die Zelle einfach aufschließen würden... .. dies ist ein Weltweites Problem, Ost und West sollte da mal helfen.
funnyone2007 14.07.2015
3.
in einem Gefängnis in dem so jemand sitzt, würde ich keine Wache schieben wollen, man hat da sicherlich nur 2 Möglichkeiten wenn von desen Clan jemand zu Besuch kommt zu hause. a) kooperieren (und vielleicht noch 1 million kassieren) b) nicht koopieren und familienmitglieder sind tot dass die Banden nicht zimperlich sind, weiss man ja seit ein paar Jahren, es werden sogar Schüler oder kritische Journalisten ermordert. Undankbarer Job
johannesmapro 14.07.2015
4.
der einzige der zu diesem Thema wirklich aufklärung gibt ist Don Winslow, Staat, verbrechen, CIA; DEA das ist alles eins, das andere sind nur noch seilschaften die sich bekämpfen, el Chapo ist wieder oben auf, hat alle bezahlt und gekauft. Vergesst den Krieg gegen die Drogen.
tommit 14.07.2015
5. Andernorts
Zitat von caro1234andernsort würde dieser Herr in einen Stahlcubus eingesperrt im 10 Stock, doch auch da käme er raus. Bekanntlich besitzen Mexicos Dorgenkartelle U-Bote, Kampfjet und sicher sehr viele Kontakte die die Zelle einfach aufschließen würden... .. dies ist ein Weltweites Problem, Ost und West sollte da mal helfen.
sitzen Drogenbosse in ihren eigenen Villen ein, weil man sich von Ihnen jede Menge Info verspricht, da ist man auch seitens der Demokratoe nicht selten zu Kuhhändeln bereit.. bei den hanseln die nur aggressiv sind oder auch nicht, die sitzen in Orange und auch mal ohne Anklage Aber sie haben eine süsse Sicht auf das Recht... weiter so
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