Mexikanischer Drogenboss "El Chapo" soll 2017 an die USA ausgeliefert werden

Der Drogenboss "El Chapo" kämpft verbissen gegen seine Auslieferung an die USA - bislang vergeblich. Jetzt wurde bekannt, dass er Mexiko wohl bald verlassen muss.

"El Chapo"
REUTERS

"El Chapo"


Die mexikanische Regierung will Drogenboss Joaquín Guzmán, genannt "El Chapo", Anfang kommenden Jahres an die USA ausliefern. Er rechne damit, dass der Chef des Sinaloa-Kartells im Januar oder Februar 2017 an die Vereinigten Staaten überstellt werden könne, sagte der nationale Sicherheitsbeauftragte Renato Sales dem Fernsehsender Televisa.

"El Chapo" ist bereits zweimal aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen. Im Januar wurde der einst wohl mächtigste Drogenhändler der Welt erneut gefasst. Derzeit sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis in Ciudad Juárez an der Grenze zu den Vereinigten Staaten ein. Die Behörden in den US-Bundesstaaten Texas und Kalifornien werfen ihm Mord, Drogenhandel und organisierte Kriminalität vor - und wollen ihn deshalb vor Gericht stellen.

Guzmán wehrt sich mit allen juristischen Mitteln gegen eine Auslieferung. Seine Anwälte legten bereits mehrere Anträge auf einstweilige Verfügungen ein. Sollten diese abgelehnt werden, wolle man in Berufung und Revision gehen, kündigte Anwalt José Refugio Rodríguez an. Möglicherweise werde er auch vor ein internationales Gericht ziehen. "Wir werden bis zuletzt kämpfen", sagte der Anwalt.

Guzmán war nach einem Gefängnisausbruch und 13 Jahren auf der Flucht im Februar 2014 gefasst worden. Er wurde ins Hochsicherheitsgefängnis Altiplano nahe Mexiko-Stadt gesperrt - und entkam im Juli 2015 in einer filmreifen Aktion durch einen Tunnel. Im Januar dieses Jahres wurde er in seinem Heimatbundesstaat Sinaloa erneut festgenommen und inhaftiert.

Mexiko hatte sich lange gegen die Auslieferung des Drogenbosses an die USA gewehrt. Staatspräsident Enrique Peña Nieto hatte stets erklärt, dass "El Chapo" von einem mexikanischen Gericht verurteilt werden solle. Die erneute Flucht des Drogenbosses im vergangenen Jahr, für die er auch Helfer in den Reihen der Sicherheitskräfte gehabt haben muss, führte aber offensichtlich zum Sinneswandel der mexikanischen Regierung.

jpz/dpa/AFP



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