Empörung in Halberstadt Küster nutzte Domsafe als Drogenlager

Der Bischof der Kirchenprovinz Sachsen ist außer sich: Der Küster des Doms von Halberstadt hat im Safe des Gotteshauses Drogen deponiert und vermutlich auch damit gehandelt. Der Mann wurde verhaftet und umgehend von Dienst suspendiert.


Magdeburg - Der Küster von Halberstadt in Sachsen-Anhalt ist wegen Drogenhandels verhaftet worden. Der 47-Jährige soll in großem Stil mit Heroin, Kokain und Marihuana gedealt haben, wie die Polizei heute mitteilte. Den Dom St. Stephanus nutzte der Kirchendiener demnach als Zwischenlager für die Drogen. Bei einer Durchsuchung der Kirche fand die Polizei 27 Gramm Heroin im Wandsafe des Heizungsraumes.

Die Festnahme des Küsters gestern erfolgte laut Polizei in Zusammenhang mit der Zerschlagung eines Drogenhändlerringes, dem die Ermittler bereits seit Januar auf der Spur waren. Bei seiner Festnahme in Magdeburg wurden bei ihm zudem drei Kilogramm Marihuana mit einem Schwarzmarktwert von 21.000 Euro sichergestellt, die er zuvor einem niederländischen Lastwagenfahrer abgekauft hatte, wie es in der Mitteilung weiter hieß.

Das Amtsgericht Magdeburg erließ gegen den Küster sowie gegen den 36-jährigen Kraftfahrer aus den Niederlanden gestern Nachmittag Haftbefehl wegen illegalen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen. Der Niederländer kam allerdings unter Auflagen wieder auf freiem Fuß.

Die Evangelische Kirche der zuständigen Kirchenprovinz Sachsen zeigte sich über den Fall tief bestürzt. Der seit 18 Jahren beim Kirchspiel Halberstadt beschäftigte Mann wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert. Über eine fristlose Kündigung will der zuständige Gemeindekirchenrat in der kommenden Woche entscheiden.

"Ich bin schockiert - nicht nur, weil ein Gotteshaus missbraucht wurde", sagte Bischof Axel Noack. Noch schwerer wiege, dass ein hauptamtlicher Beschäftigter der Kirche offensichtlich in ein Milieu verstrickt sei, das für den eigenen Vorteil großes Leid von Menschen billigend in Kauf nehme.

ffr/AP



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