Osnabrück Mutter wegen Misshandlung ihres Sohns zu Haftstrafe verurteilt

Sie schlug den Kopf ihres Sohns gegen Wände und verbot ihm, normale Kleidung zu tragen: Eine Niedersächsin ist wegen der schweren Misshandlung Schutzbefohlener verurteilt worden. Der Stiefvater wurde verwarnt.


In Osnabrück ist eine 38-Jährige zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, weil sie ihren Sohn über knapp zwei Jahre gequält hatte. Das teilte das Landgericht mit.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Mutter ihr Kind vom Februar 2015 bis Januar 2017 zusehends drangsaliert hatte. Unter anderem durfte es zu Hause keine normale Kleidung tragen, musste ohne Bettzeug auf dem Boden seines Zimmers schlafen und bekam nur einmal am Tag etwas zu essen. Außerdem misshandelte die Frau ihren Sohn körperlich; mehrmals soll sie seinen Kopf gegen Wände geschlagen haben.

Die Mutter habe zudem ein "System der Abschottung" errichtet, um ihre Taten zu verschleiern. So hätten die Misshandlungen vom Jugendamt unbemerkt bleiben können. Die Halbschwester der Verurteilten hatte eine der Misshandlungen heimlich gefilmt und so auf die Taten aufmerksam gemacht.

Gegen den Stiefvater des Kindes wurde eine Bewährungsstrafe ausgesprochen. Er muss neben anderen Auflagen eine Geldsumme an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen, weil er seine Fürsorgepflicht verletzt hat. Er hat nach Auffassung des Gerichts jedoch nicht selbst an den Misshandlungen mitgewirkt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

bbr/fek



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