Entführte Madeleine Promis spenden für Millionen-Belohnung

Britische Fußballer, Schriftsteller und Unternehmer sammeln für die in Portugal entführte vierjährige Madeleine. Eine Zeitung hatte zuvor für Hinweise, die das kleine Mädchen sicher zu ihren Eltern zurückbringen, eine Rekord-Belohnung ausgesetzt.


London - Die 2,2 Millionen Euro, die die britische Zeitung "News of the World" für Hinweise zur sicheren Heimkehr des britischen Mädchen ausgesetzt hat, sei die höchste, die in solch einem Fall je von einer Zeitung ausgelobt wurde, wurde gestern berichtet. Die kleine Madeleine McCann aus Großbritannien wurde vor zehn Tagen in einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve-Küste entführt - seitdem fehlt von ihr jede Spur. Gestern hatte Madeleine Geburtstag und wurde vier Jahre alt.

Besonders spendabel zeigte sich die Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling. Nach Berichten der "News of the World" hat sie den größten Einzelbetrag gespendet. Rowlings Tochter sei in Portugal geboren, nicht weit von dem Ort, wo Madeleine entführt wurde. Zu den Spendern gehören auch Virgin-Chef Sir Richard Branson und Manchester-United-Fußballer Wayne Rooney. Schon in der vergangenen Woche hatte ein Geschäftsmann 1,5 Millionen Euro Belohnung ausgesetzt.

Gestern, zum vierten Geburtstag Madeleines, hat der Pfarrer der portugiesischen Gemeinde Praia Da Luz zu Gebeten aufgerufen.

Die Eltern des verschwundenen Mädchens hatten zuvor erklärt, die Hoffnung nicht aufzugeben, obwohl die Suche am Tatort inzwischen eingestellt wurde. Es wird unter anderem vermutet, dass die Kidnapper mit Madeleine über die Grenze geflohen sein könnten. Ermittelt wird auch in Richtung eines Pädophilenrings.

Unterdessen hat die portugiesische Polizei eine junge Frau festgenommen, die ihre vier Monate alte Tochter direkt vor einem Supermarkt verkaufen wollte.Nach Presseberichten hatte die Mutter in der Ortschaft Vila Franca de Xira nahe Lissabon Passanten das Kind für 15.000 Euro angeboten. Ein Ladenbesitzer verständigte die Polizei.

Beamte in Zivil hätten sich daraufhin als Käufer ausgegeben und die aus Osteuropa stammende Frau sowie neun Komplizen festgenommen. Das Baby sei wohlauf und befinde sich nun in einem Heim, hieß es weiter. Der Fall sorgte in Portugal auch wegen der Entführung der kleinen Madeleine für Entsetzen.

anr/dpa



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