Entführungsfall in Brandenburg Mehr als 30 neue Hinweise nach TV-Sendung

Rund 200 Polizisten suchen in Brandenburg nach einem brutalen Geiselnehmer: Nach der TV-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" gingen Dutzende neue Hinweise bei den Ermittlern ein. Ein auffälliges Kajak könnte sie bei der Fahndung weiterbringen.
Rot- und gelbfarbenes Kajak: Dieses Boot könnte bei der Entführung benutzt worden sein

Rot- und gelbfarbenes Kajak: Dieses Boot könnte bei der Entführung benutzt worden sein

Foto: Polizei Brandenburg

Potsdam - Der Täter ist immer noch auf der Flucht. Zwar gingen bislang 33 Hinweise nach der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" ein. Doch eine heiße Spur zum Entführer eines Berliner Investment-Managers in Brandenburg gibt es noch nicht. Die Ermittler werten die Anrufe von Zuschauern laut Polizei weiter aus. Zu der brutalen Tat liegen insgesamt etwa hundert Hinweise vor.

Die Ermittlungen stützen sich nun auch auf ein Kajak, das in der Nähe einer Schilfinsel in Wendisch Rietz gefunden wurde. Zu der Schilfinsel hatte der Entführer sein Opfer gebracht. Von dem Boot erhofft sich die Polizei wertvolle Hinweise auf den Täter. Dieser hatte am vergangenen Freitag den 51-jährigen Geschäftsmann entführt. Am Sonntag gelang der Geisel die Flucht.

Das rot- und gelbfarbene Kanu ist 4,15 Meter lang und 62 Zentimeter breit. An dem sichtlich alten Modell wurde ein neues schwarzes Seil befestigt. Das Klebeband am Bug des Kajaks ist in Farbe und Abmessungen offensichtlich identisch mit dem bei der Tat verwendeten. Das Boot wird derzeit noch auf Fingerabdrücke und mögliche DNA-Spuren untersucht. Die Polizei sucht nun Zeugen, die das Kajak beobachtet haben oder mögliche Besitzer kennen.

Nach dem Täter, der ein Lösegeld in Millionenhöhe erpressen wollte und mit ungeheurer Brutalität vorging, wird weiter mit einem Großaufgebot gefahndet. Er wird noch in der Gegend vermutet. Der Verbrecher hatte genaue Ortskenntnis gezeigt. Rund 200 Beamte sind sind im Einsatz und befragen Anwohner, Angler, Jäger und Wassersportler. "Jeder Hinweis ist wichtig", sagte ein Polizeisprecher. Ein Taucher suchte das Gelände noch einmal ab. Hubschrauber flogen erneut über das Areal rund um die Orte Dahmsdorf und Wendisch Rietz.

Die Ermittler stufen den Täter als hochgefährlich ein und sind überzeugt, dass er vor mehr als einem Jahr auch die Berliner Unternehmerfamilie Pepper angegriffen hat. Er ist den Angaben zufolge  etwa 1,70 bis 1,85 Meter groß, 25 bis 50 Jahre alt und spricht akzentfrei deutsch.

Hinweise nimmt die Polizei am Bürgertelefon unter 0700-33330331, anonym auf einem Anrufbeantworter unter 0335-40070333 oder per E-Mail unter mordkommission-ffo@web.de entgegen.

wit/dpa