20 Jahre nach mutmaßlichem Mord Polizei nimmt vier Verdächtige fest

Vor 20 Jahren starb ein junger Erfurter in Tschechien. Zunächst glaubten die Ermittler nicht an ein Verbrechen. Doch nun wurden vier Männer wegen Mordverdachts festgenommen. Es soll um das Geld einer gemeinsamen Firma gegangen sein.


Erfurt - Ein mutmaßlicher Mordfall, der 20 Jahre zurückliegt, könnte vor der Aufklärung stehen: Die Polizei hat vier Männer aus Erfurt festgenommen, die im Verdacht stehen, einen 20-Jährigen gemeinsam umgebracht zu haben. Die Beschuldigten hätten die Tat teilweise gestanden, bestätigte die Staatsanwaltschaft am Dienstag in Erfurt. Demnach sollen die heute 39, 42, 43 und 46 Jahre alten Verdächtigen das Opfer zwischen dem 9. und 11. September 1994 zusammen mit zwei mittlerweile gestorbenen Männern nach Tschechien gebracht und mit Benzin übergossen haben. Der Erfurter starb an seinen schweren Brandverletzungen.

Laut MDR war das Verfahren damals eingestellt worden, da es zunächst keine Hinweise auf ein Verbrechen gab. Doch eine Zeugenaussage beim Landeskriminalamt in Berlin habe die Ermittlungen kürzlich wieder ins Rollen gebracht.

Die vier Männer sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Nach bisherigem Kenntnisstand wollten sie den 20-Jährigen disziplinieren, weil er mit dem Geld einer gemeinsamen Firma verschwenderisch umgegangen sein soll. Sie sollen ihn deshalb unter Drogen gesetzt und ihn im Auto nach Tschechien gefahren haben. Laut MDR schlugen die Täter den Mann in einem Waldstück zusammen, wo er drohte, Anzeige zu erstatten. Daraufhin hätten sie beschlossen, ihn zu töten.

kis/dpa

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