A3 bei Erlangen Bayerischer Innenminister leistet Erste Hilfe bei tödlichem Unfall

Ein Mordverdächtiger auf der Flucht, ein prominenter Ersthelfer: In Franken ist es auf der Autobahn zu einem tödlichen Unfall gekommen - an dem noch vieles rätselhaft ist.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im September in München: "Wir haben dann eine Frau aus dem Auto gezogen"
Lino Mirgeler/ DPA

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im September in München: "Wir haben dann eine Frau aus dem Auto gezogen"


Auf der A3 im fränkischen Erlangen ist nach einem Unfall ein Mensch gestorben, zwei Menschen wurden schwer verletzt. Laut der mittelfränkischen Polizei waren drei Fahrzeuge verwickelt, der genaue Hergang müsse noch geklärt werden.

Bayerns Innenminister sah den Unfall - und leistete Erste Hilfe, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Er sei mit einem Dienstwagen am Sonntag auf dem Weg zu einem Termin gewesen, sagte Herrmann. Dann habe er gesehen, wie ein anderes Fahrzeug von der Autobahn geschleudert und zwischen Bäumen liegengeblieben sei. Er habe seinen Fahrer angewiesen, anzuhalten und sofort den Notruf gewählt.

Mit einem anderen Autofahrer sei er dann zu dem Fahrzeug gegangen. "Es war ersichtlich, dass dort Menschen sicherlich schwer verletzt sein müssen", sagte Herrmann. "Wir haben dann eine Frau aus dem Auto gezogen und auf die Wiese legen können." Für den Mann sei dagegen jede Hilfe zu spät gekommen, dieser sei wohl sofort tot gewesen.

Erst später stellte sich heraus, dass ein ebenfalls an dem Unfall beteiligter unter Mordverdacht steht. Nordbayern.de und die "Bild"-Zeitung berichten, es handle sich um einen TV-Tierarzt. Er soll seine 76 Jahre alte Schwiegermutter kurz zuvor in Borchen bei Paderborn getötet haben und dann geflohen sein.

Im Hotel festgenommen

Der Wagen wurde der "Bild"-Zeitung zufolge bei dem Unfall ebenfalls beschädigt und sei auf dem Seitenstreifen zum Stehen gekommen. Die Ehefrau des Verdächtigen, die mit ihm im Auto unterwegs war, stieg laut Polizei nach dem Unfall aus, lief über die Autobahn, überquerte die Mittelleitplanke und wurde schließlich auf der Gegenfahrbahn von einem Fahrzeug erfasst. Sie kam schwer verletzt in ein Krankenhaus. Mit der Erstversorgung des Paares hatte Herrmann nichts zu tun.

Der unter Mordverdacht stehende Mann verließ die Unfallstelle. Sein Name tauchte nach dem Unfall im bundesweiten System der Polizei auf, in der Nacht zu Montag nahmen Spezialkräfte den Verdächtigen in einem Hotel bei Nürnberg fest. Dort war er laut Polizei zu Gast, um in der Nähe der Klinik zu sein, in der seine Frau behandelt wurde.

Ein Richter entschied dann am Dienstag, den Verdächtigen in U-Haft zu nehmen. Ob die Frau in das Verbrechen verwickelt war, ist unklar - die Polizei in NRW wollte dazu keine Angaben machen.

jpz/dpa

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