Anschlag in Halle Ermittler finden beim Attentäter Zettel mit der Aufschrift "Niete"

Im Zimmer des Attentäters von Halle haben die Ermittler nach Informationen des SPIEGEL Zettel entdeckt, mit denen er offenbar die Polizei verhöhnen wollte. In einer anderen Wohnung fanden sie einen 3D-Drucker, mit dem er möglicherweise Waffen herstellte.

Polizisten in Halle: Haftbefehl gegen Attentäter erlassen
FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Polizisten in Halle: Haftbefehl gegen Attentäter erlassen

Von


Im Zimmer des Attentäters von Halle sind Ermittler auf versteckte Botschaften gestoßen. Bei der Durchsuchung des Raumes in der Wohnung seiner Mutter fanden sie nach SPIEGEL-Informationen Zettel mit der Aufschrift "Niete".

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 42/2019
Das Attentat von Halle und der all­täg­li­che Judenhass in Deutsch­land

Offenbar hatte der inzwischen verhaftete Rechtsextremist Stephan Balliet die Durchsuchung erwartet und wollte die Beamten verhöhnen. Außer einer Festplatte fanden die Ermittler nach SPIEGEL-Informationen keine relevanten Beweismittel.

Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.

Balliet hatte am Mittwoch eine Synagoge in Halle (Saale) angegriffen, zwei Passanten erschossen und mehrere verletzt. Der Generalbundesanwalt wirft ihm unter anderem zweifachen Mord und Mordversuch in neun Fällen vor. Nach der Vernehmung, in der er die Tat gestand, ordnete ein Ermittlungsrichter Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten an.

Vor der Durchsuchung hatte ein Entschärfungskommando das Zimmer des Attentäters auf mögliche Sprengfallen untersucht. Seine Mutter erklärte in einem Interview mit SPIEGEL TV, die Tür sei stets verschlossen gewesen. Dort habe er "seine Privatsphäre" gehabt. Mit Anfang zwanzig, so die Mutter, habe ihr Sohn mit Drogen experimentiert und dies beinahe nicht überlebt. Danach sei er ein anderer Mensch gewesen.

Bei einer weiteren Durchsuchung in einem gelegentlich von Balliet genutzten Zimmer in der Wohnung seines Vaters fanden die Ermittler einen 3D-Drucker, den er möglicherweise zur Herstellung von Waffen genutzt hat. Die Ermittler gehen davon aus, dass der frühere Chemiestudent einen Großteil der bei seinem Terrorangriff verwendeten Schusswaffen selbst gebaut hat.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht und welche Geschichten Sie bei SPIEGEL+ finden, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Politik-Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von den politischen Köpfen der Redaktion.

srö

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.