Ermittlungen Festnahmen nach Mafia-Morden von Duisburg

Vier Monate nach den Mafia-Morden von Duisburg haben italienische und deutsche Ermittler zuschlagen können: Die Polizei hat vier verdächtige Personen festgenommen.


Duisburg - Zwei Festnahmen habe es auf ein Rechtshilfeersuchen der italienischen Behörden hin in Neuss und Oberhausen gegeben, teilte die Polizei mit. Die Festgenommenen seien wahrscheinlich Angehörige zweier rivalisierender Familien. Nach einem fünften Verdächtigen, der mutmaßlich direkt in die Morde verwickelt gewesen sei, werde noch gefahndet. Ein Sprecher der Duisburger Polizei hatte zuvor von fünf Festnahmen gesprochen.

Die Festnahmen in Italien erfolgten in San Luca, der Heimatstadt der beiden 'Ndrangheta-Clans. Den Verdächtigen würden Verbindungen zur Mafia, Mord und Waffenhandel zur Last gelegt, teilte die Polizei in Reggio Calabria mit. Der mutmaßliche Drahtzieher des Blutbads von Duisburg, der mit einem europäischen Haftbefehl gesuchte Giovanni Strangio, sei allerdings weiter flüchtig.

Die Aktion stehe unter anderem im Zusammenhang mit den sechs Morden von Mitte August in Duisburg. Einzelheiten werde die italienische Polizei mitteilten, erklärte der Sprecher der Duisburger Polizei weiter.

Bei der Bluttat am frühen Morgen des 15. August waren sechs Italiener im Alter von 16 bis 38 Jahren in der Duisburger City mit zahlreichen Schüssen regelrecht hingerichtet worden. Als Hintergrund vermutet die Polizei eine Fehde zweier kalabresischer Mafia-Clans.

jjc/AP/ddp



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