Ermittlungen zu Dianas Tod Britische Polizei verhört Prinz Charles

Acht Jahre ist es her, dass Lady Diana bei einem Auto-Unfall in Paris ums Leben kam. Seither beschäftigen sich immer wieder Ermittler mit dem Tod der Märchenprinzessin. Erstmals wurde jetzt auch Di's Ex-Mann, der britische Thronfolger Prinz Charles, befragt.


London - Die Vernehmung war Teil einer breiter angelegten Untersuchung, die den tödlichen Unfall neu aufrollen will. Nach Angaben der "Sunday Times" empfing Charles den leitenden Ermittler, Lord Stevens, in seinem Londoner Wohnsitz Clarence House. Stevens, der frühere Chef der Londoner Polizei, befragte den Monarchen-Sohn mehrere Stunden lang. Inhalt des Gesprächs seien die Umstände gewesen, die letztlich zu Dianas Tod geführt hätten, hieß es.

Stevens war vom königlichen Untersuchungsrichter Michael Burgess aufgefordert worden, Behauptungen zu überprüfen, Dianas Tod sei in Wahrheit gar kein Unfall gewesen. Diana war im Sommer 1997 zusammen mit ihrem Geliebten, dem Millionärssohn Dodi al-Fayed, und dem Fahrer Henri Paul in einem Pariser Straßentunnel verunglückt - fünf Jahre, nachdem sie sich von Prinz Charles getrennt hatte.

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Diana: Tod im Tunnel
Bereits zwei Jahre nach dem Unfall war eine französische Untersuchungskommission zu dem Schluss gekommen, dass der tödliche Unfall von dem betrunkenen Fahrer Henri Paul verschuldet worden sei. Dennoch gibt es seit dieser Zeit zahlreiche Verschwörungstheorien. Angeblich schrieb Diana zehn Monate vor ihrem Tod einen Brief an ihren Vertrauten Paul Burrell, in dem sie Charles Mordgelüste unterstellte: "Mein Mann plant einen 'Unfall' in meinem Wagen, mit Bremsversagen und schweren Kopfverletzungen", schrieb die Prinzessin. Die jetzige Phase in ihrem Leben sei die gefährlichste.

Nach Ansicht von Kennern des Königshauses wirft der Brief Fragen über den Zustand von Dianas geistiger Gesundheit zu ihren Lebzeiten auf. Laut Burgess soll mit der erneuten Untersuchungen den Spekulationen und Anschuldigungen ein Ende gesetzt werden.

Dodis Vater, der Geschäftsmann Mohamed al-Fayed, ist dagegen überzeugt, dass der britische Geheimdienst seinen Sohn und dessen Freundin Diana ermordet hat, weil die Beziehung nicht die Billigung des Königshauses fand. Er fordert eine vollständig öffentliche Untersuchung der Angelegenheit.



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