Ermordete Pop-Prinzessin Ägyptischer Milliardär soll Killer bezahlt haben

Festnahme im Fall der ermordeten Sängerin Suzan Tamim: Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen ägyptischen Milliardär erhoben. Der Geschäftsmann soll einen früheren Wachmann damit beauftragt haben, die Pop-Prinzessen zu ermorden - für zwei Millionen Dollar.


Hamburg - Er ist einer der einflussreichsten Industriellen Ägyptens - und er soll einen ehemaligen Wachmann dafür bezahlt haben, seine frühere Geliebte - eine bekannte libanesische Sängerin - ermordet zu haben. Hisham Talaat, der zugleich der Partei von Präsident Hosni Mubarak angehört, wird verdächtigt, dem Killer zwei Millionen US-Dollar dafür gezahlt zu haben, dass er Suzanne Tamim umbrachte.

Ein Putzmann hatte Tamims Leiche am 28. Juli in ihrem Appartement in Dubai entdeckt. Die Sängerin hatte ihrem Mörder selbst die Tür geöffnet - wenige Minuten später war sie tot. Laut einem Bericht der Dubaier Polizei schnitt der Täter ihr die Kehle durch und verstümmelte ihre Leiche mit Dutzenden Messerstichen, bevor er ihr beinahe den Kopf abtrennte.

Doch der Täter vergaß ein "eindeutiges Indiz" am Tatort: Das führte die Ermittler zu dem Verdächtigen und der sie schließlich zu seinem Auftraggeber. Wurde der Name Talaat zunächst noch offen in Talkshows mit der Tat in Verbindung gebracht, änderte sich dies schlagartig, als Ägyptens oberster Staatsanwalt einschritt und jede weitere Berichterstattung verbot: Keine Artikel über eine mögliche Verbindung des Mordopfers zu dem Unternehmer, der im ägyptischen Oberhaus sitzt. Es hagelte Kritik: Mubarak schütze die mächtigen Geschäftsmänner, die ihrerseits den Präsidenten stützten.

Doch auf die Nachrichtensperre folgte nun die Festnahme.

Talaat handelt mit Immobilien und entwickelt Tourismusprojekte in Saudi-Arabien und der Golfregion. Staatsanwalt Abdel-Maguid Mahmoud sagte, der Auftragskiller Mahmoud el-Sukkary sei der Sängerin von London nach Dubai gefolgt, wo er ein Messer gekauft habe, um sie zu töten. Er habe sich als Immobilienhändler ausgegeben und Tamim dann in ihrer Wohnung erstochen. Spekulationen, Talaat habe eine Affäre mit der Sängerin gehabt, wollte Staatsanwalt Mahmoud nicht bestätigen: das Motiv für den Auftragsmord sei noch unklar.

Die Nachrichtensperre wurde nie offiziell aufgehoben - allerdings wurde über die Erklärung des Staatsanwalts ausführlich in den ägyptischen Medien berichtet.

Suzan Tamim wurde 1996 als Teilnehmerin einer Talentshow berühmt. Die 31-Jährige machte Schlagzeilen wegen ihrer Stimme - und der Liste ihrer Affären.

han/AP/Reuters

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