Bewährungsstrafe für Welfenprinz Ernst August von Hannover geht gegen Gerichtsurteil vor

Im Vollrausch hatte Ernst August von Hannover im vergangenen Jahr unter anderem Polizisten bedroht und attackiert. Ein Gericht verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe – doch der Welfenprinz will das nicht hinnehmen.
Welfenprinz Ernst August beim Gerichtsprozess in Wels am Dienstag

Welfenprinz Ernst August beim Gerichtsprozess in Wels am Dienstag

Foto: Fotokerschi.At, Werner Kerschbaum / dpa

Ernst August von Hannover will seine Verurteilung vor einem österreichischen Gericht nicht hinnehmen. Der Welfenprinz habe Berufung wegen Nichtigkeit, Schuld und Strafe angemeldet, teilte das Landgericht im österreichischen Wels mit.

Am Dienstag war er dort zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden und erhielt die Weisung, dass er nicht mehr in seinem Anwesen in Oberösterreich wohnen darf. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 67-Jährige unter Einfluss von Rauschmitteln Polizisten attackiert und ein auf seinem Anwesen tätiges Verwalter-Ehepaar massiv bedroht hatte. Mit Ernst Augusts Berufung wird das Urteil nicht rechtskräftig. Von der Staatsanwaltschaft sei noch keine Erklärung bei Gericht eingegangen, berichtete der Sender ORF.

Ernst August soll empört auf Weisungen reagiert haben

Der Urenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. legte laut Angaben des Gerichts auch gegen andere Auflagen Beschwerde ein. Das Gericht hatte ihm unter anderem aufgetragen, keinen Kontakt zu den Verwaltern aufzunehmen, keinen Alkohol zu trinken und sich in Psychotherapie zu begeben. Laut ORF hatte Ernst August auf die Weisungen empört reagiert.

Für den Welfenprinzen hätte das Urteil noch härter ausfallen können: Ihm drohten bis zu drei Jahre Haft. Sein Rauschzustand wurde ihm jedoch strafmildernd ausgelegt. Ernst August hatte sich zum Auftakt des Strafprozesses entschuldigt: »Ich übernehme die Verantwortung, bedauere das Geschehene außerordentlich und bin bereit, für die Schäden aufzukommen«, sagte er.

Der 67-Jährige gehört zum Fürstengeschlecht der Welfen. 2019 geriet die Familie in die Schlagzeilen, weil Ernst August junior das Welfenschloss Marienburg für einen Euro an eine niedersächsische Stiftung verkaufen wollte – gegen den Willen seines Vaters. Ernst August junior hatte auf die hohen Schulden, die die Betreibergesellschaft des Schlosses unter der Regie der Welfen angehäuft habe, aufmerksam gemacht.

fek/dpa