Ernst August von Hannover vor Gericht »Bedauere das Geschehene außerordentlich«

Im vergangenen Jahr hatte Ernst August von Hannover mehrfach Polizeibeamte bedroht und angegriffen. Nun zeigte sich der Prinz vor Gericht reumütig. Er habe sich in einer »Ausnahmesituation« befunden.
Prinz Ernst August von Hannover (Archivbild)

Prinz Ernst August von Hannover (Archivbild)

Foto: Tobias Hase / dpa

Welfenprinz Ernst August von Hannover hat sich zum Auftakt eines Strafprozesses gegen ihn entschuldigt. »Ich übernehme die Verantwortung, bedauere das Geschehene außerordentlich und bin bereit, für die Schäden aufzukommen«, sagte der 67-Jährige vor dem Landgericht Wels in Österreich. Zugleich bekannte er sich nicht schuldig.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sich durch Alkohol und Medikamente in einen Zustand voller Berauschung gebracht zu haben. In dieser Verfassung habe er im vergangenen Jahr gleich mehrfach Menschen, darunter auch Polizeibeamte bedroht und teils angegriffen. Diese Delikte gelten als Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwere Körperverletzung, gefährliche Drohung und Nötigung.

Die Verteidigung meinte, ihr Mandant habe sich nach einer Krebsoperation und durch einen Konflikt mit seinem Sohn in einer Ausnahmesituation befunden. »Er fühlte sich im Stich gelassen«, so einer seiner Verteidiger.

Für die Verlesung eines psychiatrischen Gutachtens wurde auf Antrag der Verteidigung die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Außerdem hat der Angeklagte erklärt, am Rest der Verhandlung nicht teilnehmen zu wollen. Er gehöre als ehemaliger Krebspatient einer Hochrisikogruppe an, und habe Angst, sich im Gerichtssaal mit dem Coronavirus anzustecken, sagte Ernst August von Hannover. Im Laufe des Tages sollen noch rund zehn Zeugen vernommen werden. Ernst August von Hannover drohen bis zu drei Jahre Haft.

Streit um Schloss Marienburg

Ernst August gehört zum Fürstengeschlecht der Welfen. 2019 geriet die Familie in die Schlagzeilen, weil Ernst August junior das Welfenschloss Marienburg für einen Euro an eine niedersächsische Stiftung verkaufen wollte – gegen den Willen seines Vaters. Ernst August junior hatte auf die hohen Schulden, die die Betreibergesellschaft des Schlosses unter der Regie der Welfen angehäuft habe, aufmerksam gemacht.

Erst im Februar war bekannt geworden, dass Ernst August seinen Sohn auf die Rückgabe des Schlosses Marienburg verklagt hatte. Anschließend sagte der Sohn, dass die Klage substanzlos sei und die darin enthaltenen Behauptungen falsch seien.

bam/dpa
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