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Terrorverdächtige in den USA FBI setzt erstmals Frau auf "Most Wanted"-Liste

Für entscheidende Hinweise sind zwei Millionen Dollar Belohnung ausgesetzt: Das FBI hat mit Joanne Chesimard erstmals eine Frau auf die Liste der meistgesuchten Terroristen gesetzt. Sie soll vor 40 Jahren als Mitglied der Black Panther einen Polizisten erschossen haben.

Washington - Die US-Bundespolizei FBI hat erstmals eine Frau in ihre Liste der meistgesuchten Terroristen  aufgenommen - für einen Polizistenmord, den sie vor 40 Jahren begangen haben soll.

Die heute 65-jährige Joanne Chesimard sei ein hohes Mitglied der radikalen schwarzen Bürgerrechtsbewegung Black Panther gewesen, teilten die Ermittler mit. Sie sei verurteilt worden, habe aber aus dem Gefängnis fliehen können.

Die Polizei geht davon aus, dass Chesimard unter dem falschem Namen Assata Shakur in Kuba lebt. Für entscheidende Hinweise zu ihrer Festnahme sind zwei Millionen Dollar Belohnung ausgesetzt - eine Million vom FBI, eine vom Bundesstaat New Jersey.

"Es ist ein schreckliches Verbrechen, und sie genießt ihre Freiheit", sagte Rick Fuentes, Leiter der Staatspolizei von New Jersey. Seinen Angaben zufolge wurden Chesimard und zwei Männer 1973 wegen eines kaputten Rücklichts angehalten. Bei der folgenden Schießerei wurden zwei Polizisten angeschossen. Chesimard soll schließlich einem am Boden liegenden Beamten mit dessen Dienstwaffe zweimal in den Kopf geschossen haben.

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Joanne Chesimard: Zwei Millionen Dollar Belohnung

Foto: REUTERS/ FBI

1977 wurde sie unter anderem wegen Mordes und bewaffneten Raubes zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei Jahre später entkam sie aus dem Gefängnis. 1984 tauchte sie laut FBI in Kuba auf, wo sie um politisches Asyl ersuchte. Dort habe sie weiter US-feindliche Reden gehalten und zu Revolutionen aufgerufen, so Fuentes. Möglicherweise stehe sie in Kontakt zu anderen Terrororganisationen.

Kuba hat mit den USA kein Auslieferungsabkommen, lieferte in den vergangenen Jahren aber vereinzelt in den USA gesuchte Verbrecher aus.

hut/AFP
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