Angriff auf Bademeister "Die Stimmung in den Freibädern wird immer aggressiver"

"Das ist eine erschreckende Entwicklung": Nachdem in Essen zwei Bademeister attackiert worden waren, warnt der Bundesverband deutscher Schwimmbäder vor zunehmender Aggressivität in Freibädern.

Eine Badeaufsicht schaut im Inselbad in Stuttgart-Untertürkheim Richtung Sprungturm (Symbolbild)
DPA

Eine Badeaufsicht schaut im Inselbad in Stuttgart-Untertürkheim Richtung Sprungturm (Symbolbild)


Nach einem Angriff auf zwei Bademeister und ein junges Mädchen im Ruhrgebiet warnt der Vorsitzende des Bundesverbandes deutscher Schwimmbäder, Peter Harzheim, vor einer zunehmenden Aggressivität. "Die Stimmung in den Freibädern wird immer aggressiver", sagte Harzheim der "Rheinischen Post". Seit etwa 10 bis 15 Jahren werde es von Jahr zu Jahr schlimmer, habe er festgestellt. "Das ist eine erschreckende Entwicklung. Wir müssen da knallhart durchgreifen."

In einem Essener Freibad soll eine Gruppe junger Männer zwei Bademeister und ein junges Mädchen attackiert haben. Die Zwölfjährige und einer der Bademeister kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Beide seien mittlerweile wieder zu Hause. Von den Männern fehle bislang jede Spur.

Laut Bundesverband fehlen 2500 Fachkräfte

Bei dem Vorfall am Montagabend habe die Gruppe von etwa acht Männern zunächst einen 22 Jahre alten Bademeister provoziert und dann geschlagen. Auch ein Kollege, der dem Angegriffenen zu Hilfe kam, sei attackiert worden. Erst als ein dritter Bademeister hinzukam, seien die jungen Männer geflüchtet. Auf ihrer Flucht soll einer der Männer ein Mädchen geschlagen haben.

Laut Bundesverband fehlen 2500 Fachkräfte in Schwimmbädern. In manchen Städten habe diese Entwicklung bereits zu verkürzten Öffnungszeiten geführt.

Immer wieder kommt es in Freibädern zu Angriffen auf Personal oder Gäste. Erst kürzlich wurde in Bielefeld ein 32-Jähriger von drei Männern verprügelt. Eine Frau wurde von der Gruppe beleidigt, als diese die Männer aufgefordert hatte, dies zu unterlassen.

Wie viele vergleichbare Fälle es tatsächlich gibt, ist nicht bekannt. Die Polizei gab an, keine Statistiken zu führen. Harzheim hoffe nun, dass sich dieser Trend wieder ändere. Derzeit, so Harzheim, sehe es danach aber nicht aus.

bam/dpa



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