Anschlagspläne in Essen Nach Terrorverdacht – weiterer junger Mann kurzzeitig festgenommen

Nach der Festnahme eines 16-Jährige, der in Essen einen Terroranschlag auf Schulen geplant haben soll, hat die Polizei eine weitere Wohnung gestürmt. Dabei wurden Waffen gefunden.
Polizeifahrzeuge vor Gymnasium in Essen

Polizeifahrzeuge vor Gymnasium in Essen

Foto: David Young / dpa

Im Zusammenhang mit mutmaßlichen rechtsextremistischen Anschlagsplänen in Essen hat die Polizei am Montagabend einen jungen Mann kurzzeitig festgenommen. Der 18-Jährige befinde sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß, sagte eine Sprecherin der Essener Staatsanwaltschaft.

Bei der Auswertung von Chat-Protokollen des 16-Jährigen, der einen rechtsextrem motivierten Bombenanschlag vorbereitet haben soll, sei man auf einen Chat mit dem 18-Jährigen gestoßen, bei dem es um Waffen gegangen sei.

Deshalb habe am Montagabend ein Spezialeinsatzkommando die Wohnung durchsucht, in der der 18-Jährige lebt. Dabei sei es um mögliche Verstöße gegen das Waffengesetz gegangen.

Vier Waffen entdeckt

Der Verdacht einer Mittäterschaft bei den Anschlagsvorbereitungen bestehe nicht, betonte Staatsanwältin Anette Milk. Die bei dem Zugriff entdeckten vier Waffen seien zudem nicht scharf gewesen. Es handele sich um »Anscheinswaffen«. Nun werde noch geprüft, ob etwa eine Ordnungswidrigkeit vorliegen könnte.

In der vergangenen Woche hatte die Polizei nach einem Zeugenhinweis einen Schüler festgenommen, weil er einen Bombenanschlag auf seine Schule geplant haben soll. Sowohl die derzeitige Schule des 16-Jährigen, ein Gymnasium, als auch die von ihm früher besuchte Realschule wurden daraufhin gesperrt und auf Sprengsätze durchsucht. Bei dem Jugendlichen war umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Dies geschehe wegen der besonderen Bedeutung des Falls, teilte die Behörde am Montag mit. Der Schüler stehe im Verdacht, einen rechtsextrem motivierten Terroranschlag an seiner Schule vorbereitet zu haben. Dabei sollten Lehrer sowie eine größere Anzahl von Schülern getötet werden.

Der Schüler hat nach SPIEGEL-Informationen unter anderem den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik als Vorbild aufgeführt. Die Polizei fand bei Durchsuchungen ein Manifest des Jugendlichen, in dem er über mehrere »Inspirationen« für seine Pläne schrieb, darunter den Amoklauf an der Columbine High School in den USA 1999 sowie die Amokläufe von Erfurt 2002 und Winnenden 2009.

wit/dpa/AFP