Nach Massenschlägerei in Essen Elf maskierte Clanmitglieder – Polizei erneut im Einsatz

Vermummte Männer, ein Schlagstock und zwei Feuerwaffen mit Munition: Die Polizei in Essen ist erneut wegen Mitgliedern eines Clans ausgerückt – Festnahmen gab es nicht.
Polizei im Einsatz in Essen am Sonntagabend

Polizei im Einsatz in Essen am Sonntagabend

Foto: Justin Brosch / dpa

Rivalisierende Familienbanden sorgen in Essen weiterhin für Unruhe: Nachdem es am Wochenende eine Massenschlägerei mit 400 Beteiligten im Stadtteil Altendorf gegeben hatte, rückte die Polizei in der Nacht zu Mittwoch erneut aus. Nach einem Hinweis auf vermummte Personen wurden am Borbecker Platz im Nordwesten der Stadt die Personalien von elf Männern festgestellt, die laut Polizei  »alle ausnahmslos einer arabischen Großfamilie zugeordnet werden konnten«.

In einem Auto, das der Gruppe zugerechnet wird, habe man zwei scharfe Pistolen und Munition gefunden. Die Pistolen seien »einsatzbereit« gewesen. Wie ein Polizeisprecher gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, seien alle elf Männer laufen gelassen worden, nachdem man ihnen Platzverweise erteilt habe; die Waffen konnten niemandem konkret zugeordnet werden.

Der Streit zwischen zwei Clans beschäftigt die Polizei bereits den fünften Tag in Folge. Bei einer Massenschlägerei am Samstag wurde ein Mann schwer verletzt. Am Sonntag kam es zu einer neuen Massenschlägerei. Am Montag wurden vier Verdächtige mit Waffen in einem Auto entdeckt.

Am Dienstagabend erhielt die Polizei nach eigenen Angaben Kenntnis davon, dass die beiden beteiligten Familien einen sogenannten »Friedensrichter« zur Beilegung des Konflikts eingeschaltet hätten.

Die Sondereinheit für Clans der Polizei Essen und die Staatsanwaltschaft ermitteln inzwischen wegen gefährlicher und einfacher Körperverletzung, schweren Landfriedensbruchs und Verstößen gegen das Waffengesetz. »Die Ermittlungen, die auch zum Ziel haben, die Hintergründe des Konflikts zu erhellen, dauern an.«

fek/dpa
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