Estnisches Ministerium Geiselnehmer von Tallinn ist tot

Die Geiselnahme im Verteidigungsministerium der baltischen Republik Estland ist beendet, der Täter nahm sich das Leben. Nach Medienangaben hatte er zwei Geiseln genommen. Zuvor waren Schüssen und eine Explosion zu hören, das Motiv für die Tat ist unbekannt. 

Sicherheitskräfte in Tallinn: Blutiges Ende einer Geiselnahme
REUTERS/ DELFI

Sicherheitskräfte in Tallinn: Blutiges Ende einer Geiselnahme


Tallinn - Die Polizei hat eine Geiselnahme im Verteidigungsministerium der baltischen Republik Estland beendet. Der Täter nahm sich selbst das Leben, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte. Zunächst hatte es geheißen, die Sicherheitskräfte hätten den Mann festgenommen. Zwei Geiseln konnten befreit werden.

Ministerpräsident Andrus Ansip sagte am Abend vor Journalisten in Tallinn, der 1954 geborene Einzeltäter habe Sprengstoff bei sich gehabt. Er sei bei seiner Tat womöglich von dem Massenmord des norwegischen Rechtsextremisten Anders Breivik angeregt worden.

Während des mehr als zweistündigen Geiseldramas habe der mit einer Pistole bewaffnete Mann keine politischen Forderungen erhoben, sagte Ansip: "Das Motiv ist nicht klar." Die Polizei habe den Schützen in der Vergangenheit "auf dem Radar" gehabt. Er sei jedoch nicht vorbestraft.

Augenzeugen hatten von drei Schüssen berichtet, so die Agentur Interfax unter Berufung auf estnische Medien. Dazu soll es eine Explosion gegeben haben. Sicherheitskräfte hatten das Gebäude wenig später umstellt.

Eine lokale Nachrichtenseite meldete, zwischen den einzelnen Schüssen hätten rund 20 Minuten gelegen. Zwei Personen seien aus einem Fenster des Gebäudes gesprungen, nachdem das Feuer eröffnet wurde.

Das Ministerium wurde umgehend evakuiert und eine Sicherheitszone um das Gebäude errichtet. Nach Angaben des Rettungsdienstes waren auch Sprengstoffexperten mit einem Roboter zur Untersuchung von Bomben vor Ort, so BNS.

jok/AFP/Reuters/dpa

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