Mord an Etan Patz Gericht bestätigt lebenslange Haftstrafe für Täter

Wegen des Mordes an dem Jungen Etan Patz muss ein 56-jähriger Amerikaner lebenslang hinter Gitter. Ein Gericht bestätigte das Urteil jetzt im Revisionsprozess.

Etan Patz
AP/New York Police Department via Stanley K. Patz

Etan Patz


Wegen des Mordes an dem sechsjährigen Etan Patz aus New York muss ein Mann lebenslang ins Gefängnis. Ein Gericht bestätigte am Dienstag im Revisionsprozess das Urteil, das bereits Mitte Februar gegen Pedro H. ergangen war. "Der Angeklagte hat ein furchtbares Geheimnis für sich behalten und der Patz-Familie unbeschreibliche Qualen verursacht", sagte der Richter bei der finalen Verkündung des Strafmaßes. H. kann nach 25 Jahren einen Antrag auf Haftentlassung auf Bewährung stellen.

Die Verteidiger des Mannes beteuerten erneut die Unschuld des heute 56-jährigen H. Nach Überzeugung der Geschworenen hat er am 25. Mai 1979 den Erstklässler Etan Patz in einen Keller gelockt und ermordet. Er hatte damals in einem Laden in der Nähe von Patz' Wohnhaus im New Yorker Stadtteil Soho gearbeitet.

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Kriminalfall Etan Patz: Ein Kind verschwindet

Pedro H. gilt als geistig behindert. Er war erst 2012 in den Fokus der Ermittler gerückt. Damals sagte sein Schwager, H. habe einst einer Gebetsgruppe gestanden, in New York ein Kind umgebracht zu haben. Ähnlich soll sich H. auch gegenüber einem Freund und seiner Ex-Frau geäußert haben. Als Ermittler H. schließlich konfrontierten, gestand er, Etan in den Keller des Ladens gelockt, den Jungen gewürgt und noch lebend in eine Kiste geworfen zu haben. "Irgendwas hat Besitz von mir ergriffen", sagte H.

Dieses Geständnis hatte er jedoch später wieder zurückgezogen und nie ein Motiv genannt. Ein erster Prozess war 2015 geplatzt, weil sich die zwölfköpfige Jury auch nach 18 Beratungstagen nicht auf ein Urteil einigen konnte.

Die Leiche des Jungen wurde nie gefunden, 22 Jahre nach dem Vorfall wurde er für tot erklärt. Der Fall hatte die USA erschüttert und Ermittler über Jahrzehnte beschäftigt. Ein Foto von Patz, mit dem auf Plakaten und Milchkartons nach ihm gesucht wurde, brannte sich in das kollektive Gedächtnis des Landes ein.

mja/dpa/AP



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