Europol Kindesmissbrauch im Internet hat während der Coronakrise zugenommen

Kriminelle suchen verstärkt nach Missbrauchsaufnahmen oder kontaktieren Kinder direkt: Die Pandemie begünstigt offenbar Kindesmissbrauch im Internet. Europol spricht von einer »anhaltenden Gefahr«.

Im Coronajahr haben die Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch im Internet nach Angaben der EU-Polizeibehörde Europol deutlich zugenommen. Europol-Direktorin Catherine De Bolle sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, diese Entwicklung bereite »besonders große Sorgen«.

Seit Beginn der Corona-Pandemie suchten Täter im Internet intensiver nach Material, das sexuellen Kindesmissbrauch zeigt. Die Verbreitung sei »jetzt viel größer als vor der Pandemie«.

Zudem versuchten die Täter auch, direkt Kinder zu kontaktieren , die »zu Hause während des Lockdowns länger im Internet sind als sonst und dabei oft nicht beaufsichtigt werden«, sagte De Bolle. »Wir erleben einen starken Anstieg von solchem Online-Missbrauch. Das ist eine anhaltende Gefahr«, sagte die Europol-Chefin.

Bereits im Sommer hatte Europol berichtet, dass es zu Beginn der Coronakrise im März einen plötzlichen Anstieg von Fällen, in denen Aufnahmen sexueller Misshandlung von Kindern im Netz geteilt wurden, gegeben hatte.

Auf der anderen Seite werde im Zuge der Pandemie nach Angaben der internationalen Polizeiorganisation Interpol vom September Kindesmissbrauch weniger häufig gemeldet. Gründe dafür seien die Schließung der Schulen und Kontaktbeschränkungen.

bbr/AFP/dpa
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