Ex-Freundin ermordet Stalker zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt

Er lauerte ihr auf, schlug und würgte sie - und schnitt ihr schließlich die Kehle durch: Das Landgericht München verurteilte einen 41-jährigen Stalker zu lebenslanger Haft. Er sei des Mordes an seiner 43-jährigen ehemaligen Lebensgefährtin schuldig, entschied der Richter.


München - Der gebürtige Grieche, der die Tat im Prozess weitgehend einräumte, hatte der Frau im April vergangenen Jahres in ihrer Garage aufgelauert, sie geschlagen und gewürgt und ihr schließlich mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten. Der Täter handelte dabei nach Ansicht des Richters nicht im Affekt. Die Tat sei vielmehr genau geplant und durchdacht gewesen, weil er den Entschluss, die Frau zu töten, bereits am Vorabend fasste und in der Garage mehrere Stunden auf die Rückkehr seiner Ex-Freundin wartete. Zudem sei er mit zwei Messern bewaffnet gewesen und habe Kabelbinder und Lederhandschuhe bei sich getragen.

14 Stichverletzungen, 68 Schnittverletzungen sowie Würgespuren und mindestens zehn Schlagverletzungen fügte der 41-Jährige seiner Ex-Freundin zu - aus Hass und Rache, weil sie ihn verlassen hatte, hieß es in der Urteilsbegründung. Den Täter, der anhand psychologischer Gutachten als egozentrisch und narzisstisch eingeschätzt wurde, habe es gestört, dass er seinen Machtanspruch nicht durchsetzen konnte. Die 43-Jährige habe nicht gewollt, was der Angeklagte wollte. "Das war ihr Todesurteil", sagte der Richter. Somit lägen niedere Beweggründe vor.

Das Gericht stellte eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann der Mann nicht auf eine Haftentlassung nach 15 Jahren hoffen. Der 41-Jährige sei zwar nicht vorbestraft, habe ein Geständnis abgelegt und auch begonnen, sich mit der Sache auseinanderzusetzen, sagte der Richter. Gegen ihn sprächen aber die besondere Brutalität der Vorgehensweise, dass er das Opfer regelrecht in die Falle gelockt und dass er viele Fragen zum genauen Tathergang unbeantwortet gelassen habe. Dies habe er mit einer Erinnerungslücke begründet, die nach Ansicht von Medizinern nicht zu erklären sei.

Nach der Trennung hatte der Mann der Frau nachgestellt. Es kam auch zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen den Ex-Partnern, bei der die Polizei einschreiten musste. Daraufhin wurde dem Mann ein Kontaktverbot erteilt. Die Frau hinterlässt einen 14-jährigen Sohn.

jjc/ddp



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