Ex-Model vor Gericht Zeugen stützen Nadja Auermanns Aussagen

Sie ist wegen Steuerhinterziehung angeklagt, beteuert ihre Unschuld - und erhält nun Unterstützung: Im Prozess gegen Nadja Auermann haben Zeugen die Angaben des Ex-Models im Wesentlichen bestätigt.

Ex-Model Auermann: Ihre Berliner Villa soll ein "Kostengrab" gewesen sein
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Ex-Model Auermann: Ihre Berliner Villa soll ein "Kostengrab" gewesen sein


Berlin - Hatte Nadja Auermann zwischen 1999 und 2002 einen Wohnsitz in Deutschland? Um diese Frage geht es in dem Verfahren gegen das Ex-Model. Die Staatsanwaltschaft sieht ihren Verdacht in dem Kauf einer Villa begründet. Sie geht von einem Steuerschaden von rund 272.000 Euro aus. Mitangeklagt ist Auermanns Ex-Mann, der Schauspieler Wolfram Grandezka. Zu Prozessauftakt vor einer Woche hatte die 40-Jährige ihre Unschuld beteuert. Ihren Angaben zufolge lebte sie in der fraglichen Zeit in Monaco - und war somit nicht in Deutschland steuerpflichtig.

In dem Verfahren haben am Donnerstag Zeugen die Angaben des Ex-Models im Wesentlichen gestützt. Eine 66-Jährige bezeichnete die mit "ein paar Möbeln" eingerichtete Berliner Villa als "ewige Baustelle". Die Rentnerin hatte sich nach eigenen Angaben "sporadisch" um Auermanns Kinder gekümmert und - wenn sie in Berlin war - auch für das ehemalige Model geputzt und gebügelt.

Ein früherer Bauleiter hatte zuvor berichtet, Auermann habe es damals "vehement abgelehnt", nach Deutschland zurückzukommen und in das Haus einzuziehen. Sein Auftrag sei gewesen, das Haus so instand zu setzen, dass "man es vermieten kann". Nach Aussage des mit Auermann befreundeten Bauleiters war das Ex-Model meist nicht länger als "ein, zwei Tage" da. Die Villa sei "fotografisch ein tolles Ding" gewesen, aber ansonsten ein "Kostengrab", weil es in der Einflugschneise eines Flughafens liege. Zudem habe es in dem 1910 erbauten Haus "ständig neue Unwegsamkeiten" bei den Bauarbeiten gegeben.

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Nadja Auermann: "Ich habe keine Steuern hinterzogen"
Die Villa war nach den Worten des Zeugen ein Möbellager. "Wenn sie kam, wurde geputzt, damit es nicht mehr wie eine Baustelle aussah", sagte er. Ein Handwerksmeister, der Ende 2000 für den Einbau der Heizungs- und Sanitäranlagen zuständig war, empfand hingegen, dass die Villa "ab Erdgeschoss fertiggestellt und komplett eingerichtet war".

Berater rieten von Einzug in Villa ab

Die umstrittene Immobilie war von zwei ausländischen Firmen für Auermann erworben wurden. Ihr damaliger Wirtschaftsprüfer bestätigte, dem früheren Model zu diesem Konstrukt geraten zu haben, weil sie wegen ihrer Prominenz nicht im "Grundbuch stehen wollte". Nach Aussage des Mannes wurde Auermann darauf hingewiesen, "dass sie das Objekt nicht bewohnen darf, wenn sie in Deutschland nicht steuerpflichtig sein will". Seiner Kenntnis zufolge sollte das Haus "erworben, modernisiert und wieder veräußert werden".

Auermann hatte im Prozess betont, das Haus sei in erster Linie eine "Investition" gewesen. Sie habe nie einziehen wollen. Sie gab an, erst im Sommer 2002 von Monaco mit ihrer Familie nach Deutschland gezogen zu sein. Die gebürtige Berlinerin lebt mittlerweile mit ihren drei Kindern in Dresden. Die Berliner Villa ist seit 2003 vermietet.

Der Prozess wird am 30. Mai mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt.

wit/dapd



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