Mordprozess gegen Aaron Hernandez Jury verurteilt Ex-NFL-Star zu lebenslanger Haft

Wegen Mordes an einem Bekannten muss der frühere Football-Profi Aaron Hernandez lebenslang hinter Gitter. Eine Verhandlung über einen weiteren Doppelmord steht aus.

Angeklagter Aaron Hernandez vor Gericht: Weiterer Fall steht aus
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Angeklagter Aaron Hernandez vor Gericht: Weiterer Fall steht aus


Ein Gericht im US-Bundesstaat Massachusetts hat den ehemaligen NFL-Star Aaron Hernandez des Mordes für schuldig befunden. Der heute 25-Jährige, der in der nordamerikanischen Football-Liga für die New England Patriots spielte, muss lebenslänglich hinter Gitter. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass er den 27-jährigen Landschaftsgärtner und Amateur-Footballer Odin Lloyd erschoss.

Die zwölfköpfige Jury nahm Hernandez, einem ehemaligen Teamkollegen von Sebastian Vollmer, auch die Möglichkeit auf vorzeitige Haftentlassung. Über sieben Tage hatten sich die Juroren immer wieder zu Beratungen zurückgezogen, bevor sie am Mittwoch das Urteil in der Stadt Fall River verkündeten.

Lloyd ging mit der Schwester von Hernandez' Verlobter aus. Die Leiche des damals 27-jährigen Opfers wurde von einem Teenager beim Joggen in einem Industriegebiet in gefunden, etwa 40 Kilometer südlich von Boston, unweit des Wohnsitzes des Täters in North Attleborough.

Sechs Schüsse, Motiv unklar

Lloyd trafen im Juni 2013 sechs Schüsse. Zwar räumte auch der Anwalt von Hernandez schließlich ein, sein Klient sei zur Tatzeit am Tatort gewesen, er sei jedoch unschuldig. Nicht Hernandez, sondern zwei seiner Freunde hätten die tödlichen Schüsse auf Lloyd abgegeben. Hernandez sei damals ein 23-jähriges Kind gewesen, dass Zeuge eines schrecklichen Mordes geworden sei.

Hernandez wurde bereits kurz nach der Tat festgenommen, weil die Polizei in der Hosentasche des Opfers Schlüssel zu einem Wagen fanden, den Hernandez angemietet hatte. Gleich nach der Festnahme wurde ihm von seinem Team, den New England Patriots, ein Spielervertrag über 40 Millionen Dollar gekündigt.

Allein das Tatmotiv blieb weiterhin unklar: Die Staatsanwaltschaft vermutete jedoch, dass Lloyd wegen seiner Mitwisserschaft an weiteren, früheren Morden sterben musste, die Hernandez angelastet werden.

Erst nachdem die Jury ihr Urteil verkündet hatte, informierte die Richterin die Geschworenen, dass sich Hernandez in einem weiteren Mordfall verantworten muss. Das Gericht begründete seine Verschwiegenheit gegenüber den Mitgliedern der Jury damit, dass die Informationen ihre Urteilskraft im vorliegenden Fall beeinträchtigt hätten.

In Boston soll Hernandez 2012 einen Doppelmord verübt haben. Dabei soll er zwei Männer vor einem Nachtklub wegen eines verschütteten Getränks erschossen haben. Auch in diesem Fall wird sich der Ex-Footballer in Boston vor Gericht verantworten müssen.

loe/Reuters/AP



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