US-Prozess Ex-Priester wegen Missbrauchs von Waisenkindern schuldig gesprochen

Mit Spendengeldern hat sich ein US-Priester Reisen nach Honduras finanziert - und dort Sex mit Waisenkindern gehabt. Eine Jury sprach ihn nun in dem Fall schuldig. Der Mann soll zudem kinderpornografisches Material besessen haben.


Eine Jury im US-Bundesstaat Pennsylvania hat einen ehemaligen Priester in einem Sextourismus-Fall in fünf von acht Anklagepunkten schuldig gesprochen: Der Mann war zwischen 2004 und 2009 mehrfach nach Honduras gereist und hatte dort Sex mit drei Jungen aus einem Waisenheim. Zudem wurde der 70-Jährige wegen des Besitzes kinderpornografischen Materials sowie illegaler Finanztransaktionen verurteilt.

Die Höhe des Strafmaßes soll im Februar bekannt gegeben werden. Dem Mann drohen bis zu 130 Jahre Haft, wie die Zeitung "Pittsburgh Tribune-Review" berichtet.

Bereits im Vorfeld war der katholische Priester suspendiert worden. Vor Gericht bestritt er die Anschuldigungen, eine Aussage macht er während der sieben Prozesstage nicht. Mehrere Männer aus Honduras hatten angegeben, von dem Beschuldigten missbraucht worden zu sein. Laut Anklage verwendete er Tausende Dollar seiner Wohltätigkeitsorganisation, um sich seine Reisen in das Land zu finanzieren und die jungen Männer zu bezahlen.

Der Verteidiger des Mannes sagte, sein Klient sei von der Entscheidung der Jury "sehr enttäuscht", akzeptiere sie aber.

Die Chefin der US-Wohltätigkeitsorganisation, die das Waisenhaus von 2002 bis 2011 betrieb, teilte mit: "Es ist ein trauriger Tag, wenn Kinder von jemandem missbraucht werden, dem sie vertrauen sollten." Zugleich sei sie stolz auf ihre Regierung, dass sie sich in dem Fall stark gemacht habe und eine Botschaft gesandt habe: "Du kannst nicht die Grenzen überschreiten und Kinder belästigen."

aar/AP

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