Fahnder Organisierte Kriminalität profitiert von Anti-Terror-Kampf

Der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus geht zunehmend zu Lasten der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität. Immer mehr Täter kommen ungeschoren davon.

Hamburg - Die Zahl der Verfahren wegen Organisierter Kriminalität (OK) in Deutschland sank nach SPIEGEL-Informationen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den vergangenen fünf Jahren von 854 kontinuierlich auf 620, die Zahl der neu erfassten Fälle von 473 auf 307. Ein Grund: An den Dienststellen wurde Personal abgezogen, das nun bei der Terrorismusbekämpfung eingesetzt wird.

Die Zahl der OK-Fahnder ging in dem Zeitraum von mehr als 3000 auf 2586 zurück. Die Abschöpfung illegaler Gewinne nimmt dadurch ab, immer mehr Täter kommen unerkannt davon. "Die Organisierte Kriminalität mit ihren enormen volkswirtschaftlichen Schäden ist aus dem Blickwinkel der Politik geraten", kritisiert Konrad Freiberg von der Gewerkschaft der Polizei. Die Schwerpunkte der erkannten OK liegen nach wie vor im Rauschgifthandel, in der Kfz-Verschiebung sowie der Wirtschafts- und Schleuserkriminalität.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.