Fahndung Polizei sucht Schwerverbrecher Wolf im Taunus

Thomas Wolf ist auf der Flucht - und eine Sonderkommission ist ihm auf den Fersen: Die Polizei hat ihre Suche nach dem Schwerverbrecher auf den Taunus konzentriert. Zeugen wollen den 56-Jährigen in der Nähe von Friedrichsdorf-Köppern gesehen haben.


Frankfurt am Main - Die Polizei durchkämmt seit Freitagvormittag ein Waldstück bei Friedrichsdorf-Köppern nach dem flüchtigen Gewaltverbrecher Thomas Wolf. Der seit fast sieben Wochen gesuchte Entführer sei dort von einem Spaziergänger gesehen worden, teilte die Polizei in Frankfurt am Main mit.

Den Polizeiangaben zufolge hatte ein 49-Jähriger bereits am Dienstag einen über 50 Jahre alten Mann in einem auffällig roten Fleece-Pullover auf einer Straße gesehen. Er habe offensichtlich Sichtschutz vor einem sich nähernden Hubschrauber gesucht.

Wenig später habe der Zeuge den Mann sogar davonrennen sehen, berichteten die Ermittler. Derzeit gehe man davon aus, "dass die von dem Hinweisgeber beschriebene Person tatsächlich der seit fast sieben Wochen gesuchte Thomas Wolf ist". Die gesamte Personenbeschreibung treffe auf ihn zu. Der Zeuge habe von einem gräulich-weißen Dreitagebart, einem auffälligen roten Fleece-Pullover mit einem Reißverschluss im Halsbereich und und schwarz-grauen Freizeitschuhen berichtet. Die Polizei, dass der Bahnhof Köppern in unmittelbarer Nähe liege - möglicherweise habe Wolf die Taunusbahn nach Frankfurt am Main benutzt.

Die Polizei hatte daraufhin in den vergangenen beiden Tagen Anwohner befragt.

Der gebürtige Düsseldorfer soll am 27. März die Frau eines leitenden Bankangestellten an der Tür ihres Wohnhauses in Wiesbaden entführt und zwei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben.

Seitdem sucht eine 80 Mann starke Sonderkommission nach dem Mann, der schon im Jahr 2000 nach einem Hafturlaub von einem nordrhein-westfälischen Gefängnis verschwunden war.

Nach Wolf wird so intensiv und so lange schon gesucht wie nach kaum einem anderen Kriminellen in Deutschland. Acht Jahre lang hatte er unerkannt und unbehelligt in einem Mehrfamilienhaus im Frankfurter Westend gelebt. Er bediente sich eines gefälschten niederländischen Passes und gab sich als David van Dijk aus.

Auch seine Lebensgefährtin, angeblich eine Lehrerin, hatte laut Polizei keine Ahnung, wer ihr Partner wirklich war. Der 1,85 Meter große Mann trieb viel Sport, ging regelmäßig schwimmen, stemmte Gewichte und schraubte am Auto seiner Freundin herum, einem weißen Mercedes 200 E. Niemand schöpfte Verdacht.

Die Fahnder setzen auch auf die Mithilfe von Apotheken: Wolf brauche dringend wegen einer Schilddrüsenkrankheit das verschreibungspflichtige Medikament "L-Thyroxin".

Für Hinweise, die zur Ergreifung Wolfs führen, ist eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro ausgesetzt.

jjc/dpa/ddp



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