Fall Anis Amri V-Mann sagt am Montag vor Untersuchungsausschuss aus

Mehrfach wurde versucht, seine Aussage zu verhindern. Nach SPIEGEL-Enthüllungen zum V-Mann Murat Cem steht nun ein Termin für die Vernehmung des Polizeispitzels im NRW-Untersuchungsausschuss fest.
Anschlag am Breitscheidplatz (Archivbild): Anis Amri tötete zwölf Menschen

Anschlag am Breitscheidplatz (Archivbild): Anis Amri tötete zwölf Menschen

Foto: Bernd von Jutrczenka/ DPA

Der langjährige V-Mann der nordrhein-westfälischen Polizei Murat Cem wird am Montag vor dem Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags zum Fall Anis Amri aussagen.  

Amri hatte 2016 einen Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz verübt, insgesamt tötete er zwölf Menschen. Der SPIEGEL hatte im März öffentlich gemacht, dass der als VP01 bekannt gewordene Informant immer wieder vor dem Islamisten gewarnt hatte. Die Sicherheitsbehörden hätten daraus keine Konsequenzen gezogen.

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Murat Cem soll während der Vernehmung im Landtag zugeschaltet werden und nicht zu erkennen sei, um ihn zu schützen. Außerdem wird die Vernehmung nicht öffentlich sein. Die Polizei hatte in der Vergangenheit öffentliche Auftritte ihres Spitzeninformanten vor Gerichten oder Parlamenten stets verhindert. Sie seien zu gefährlich für ihn, hieß es.

Im Juni war bekanntgeworden, dass Nordrhein-Westfalens Innenministerium gegen die Aussage Cems war. Dabei ging es allerdings um eine Vernehmung im Amri-Untersuchungsausschuss des Bundestags. Innenminister Herbert Reul (CDU) argumentierte in einem Brief, dass für Cem Leib- und Lebensgefahr bestehe, sollte er identifiziert werden.

bbr/jdl
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