Fall Benaissa No-Angels-Sängerin wird bald aus U-Haft entlassen

Nach ihrer Festnahme am Ostersamstag sitzt die Sängerin Nadja Benaissa in Untersuchungshaft. Nun kann die 26-Jährige auf baldige Freilassung hoffen.


Darmstadt - Die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa, 26, könnte schon an diesem Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen werden. "Wir sind in enger Zusammenarbeit mit der Verteidigung dabei, das Problem zu lösen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Ger Neuber, am Donnerstag. Eine Freilassung noch am Donnerstag schloss er aus, deutete aber eine Entscheidung noch vor dem Wochenende an.

Benaissa war am Osterwochenende kurz vor einem Solo-Auftritt im Frankfurter Club "Nachtleben" festgenommen worden. Sie soll einen Mann bei ungeschütztem Sex mit HIV angesteckt haben, obwohl sie von ihrer Infektion wusste. Eine HIV-Infektion kann zur Immunschwächekrankheit Aids führen.

Neuber wies Kritik an der Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft zurück. "Wir kriminalisieren nicht, wir verfolgen eine Straftat." Ein Zugriff an einem anderen Ort als in dem Club sei nicht möglich gewesen. "Wir haben keine andere Vorgehensweise gesehen."

Nadjas Anwalt Christian Schertz hatte moniert, die Behörde hätte keine Erklärung über den Tatvorwurf abgeben dürfen. Es sei in keiner Weise bewiesen, dass seine Mandantin für eine HIV-Infektion einer anderen Person verantwortlich sei. Das hessische Justizministerium wollte zum Fall Benaissa keinen Kommentar abgeben.

Die No Angels waren im Jahr 2000 bei der TV-Show "Popstars" gecastet worden. Sie gelten als bislang erfolgreichste deutsche Mädchenband. Ihre Alben verkauften sich zwischen 2000 und 2003 rund fünf Millionen Mal. Im April 2007 startete die wiedervereinigte Pop-Band ein Comeback, nachdem die Gruppe drei Jahre getrennt war.

pad/dpa



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