Vorwurf der Vergewaltigung Epstein-Vertrauter in Frankreich in Untersuchungshaft

Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Vergewaltigung gegen den Modelagenten Jean-Luc Brunel. Für Menschenhandel im Zusammenhang mit dem Fall Epstein sehen Ermittlungsrichter nicht genügend Beweise.
Pariser Staatsanwalt Remy Heitz: Ermittlungen im Epstein-Umfeld

Pariser Staatsanwalt Remy Heitz: Ermittlungen im Epstein-Umfeld

Foto: ALAIN JOCARD / AFP

Am Mittwoch wurde Jean-Luc Brunel in Polizeigewahrsam genommen, nun hat die Staatsanwaltschaft in Paris offiziell das Ermittlungsverfahren gegen den französischen Manager eingeleitet. Ihm werden »Vergewaltigungen von Minderjährigen über 15 Jahren« sowie »sexuelle Belästigung« vorgeworfen, teilte Staatsanwalt Rémy Heitz in Paris mit.

Ermittlungsrichter ordneten Untersuchungshaft gegen Brunel an. Der frühere Geschäftspartner des US-Sexualverbrechers Jeffrey Epstein war am Mittwoch am Pariser Flughafen Charles de Gaulle festgenommen worden. Die französische Justiz hatte im August 2019 Nachforschungen wegen des Verdachts auf Vergewaltigung und andere sexuelle Übergriffe im Zusammenhang mit dem Fall Epstein eingeleitet.

Der US-Multimillionär Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen vergewaltigt, sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. Er wurde im Juli 2019 festgenommen und Wochen später tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan aufgefunden. Die Behörden gehen von Suizid aus.

Die Pariser Staatsanwaltschaft verdächtigt Brunel, der mehrere Modelagenturen gegründet hat, »den Transport und die Unterkunft von jungen Mädchen oder jungen Frauen für Jeffrey Epstein organisiert zu haben«. Die Ermittlungsrichter sahen dafür jedoch nicht genug Beweise und stuften Brunel in diesem Punkt als »Zeugen mit Rechtsbeistand« zum Tatbestand des »schweren Menschenhandels« ein, was einem Status zwischen Beschuldigtem und Zeugen entspricht.

Der Fall Epstein erregte weltweit Aufsehen. Der Investmentbanker war bestens vernetzt und zählte früher Prominente und hochrangige Politiker zu seinen Bekannten und Freunden, darunter US-Präsident Donald Trump und Ex-US-Präsident Bill Clinton. Im Fokus der Ermittler steht unter anderem der britische Prinz Andrew. Ihm wird vorgeworfen, 2001 Sex mit einer damals 17-Jährigen gehabt zu haben. Prinz Andrew bestreitet die Vorwürfe.

2008 war Epstein im US-Bundesstaat Florida wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen verurteilt worden. Auf Grundlage einer geheimen Absprache mit dem damaligen Generalstaatsanwalt saß er jedoch lediglich eine 13-monatige Haftstrafe ab – und konnte anschließend offenbar unbehelligt weitermachen wie zuvor.

mst/AFP/AP
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