Unterbringung in Psychiatrie Mollath lehnt neues Gutachten ab

Ein neues Gutachten sollte klären, ob Gustl Mollath weiterhin in der Psychiatrie untergebracht sein muss. Das Landgericht Bayreuth hat nun abgelehnt, die Expertise in Auftrag zu geben - und das war offenbar ganz im Sinne Mollaths.

Bayreuth - Muss Gustl Mollath weiterhin in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werden? Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wollte zu dieser Frage ein Gutachten einholen lassen. Das Landgericht Bayreuth hat nun entschieden, keine neue Expertise anfertigen zu lassen - vor allem, weil Mollath selbst eine solche als "überflüssige und geradezu groteske Maßnahme" ansieht, wie es in einer Mitteilung des Gerichts heißt.

Mollath habe über seine Anwältin ausrichten lassen, dass ein weiteres Gutachten zu unterbleiben habe, hieß es. Er kann nicht gezwungen werden, mit einem Gutachter zu reden. Damit, so das Gericht, wäre als Alternative nur noch ein Gutachten nach Aktenlage geblieben - und davon habe man sich keine weiteren Erkenntnisse versprochen.

Mollath sitzt seit Februar 2006 in der geschlossenen psychiatrischen Forensik des Bezirkskrankenhauses Bayreuth. Nach tätlichen Angriffen auf seine inzwischen geschiedene Frau und dem Zerstechen von Autoreifen hatte das Landgericht Nürnberg den Geschäftsmann zwangseingewiesen.

Brisant ist der Fall, weil Mollath 2003 - nachdem er bereits angeklagt worden war - seine bei der HypoVereinsbank (HVB) beschäftigte Frau, weitere HVB-Mitarbeiter und 24 Kunden beschuldigte, in Schwarzgeldgeschäfte in Millionenhöhe verwickelt zu sein. Manche der Vorwürfe stimmen offensichtlich, wie sich später zeigte. In dem Verfahren zu seiner Einweisung wurde Mollath jedoch unter anderem wegen dieser Behauptungen eine paranoide Gedankenwelt unterstellt.

Die Einweisung wurde über die Jahre von mehreren Gutachtern und Gerichten bestätigt. Bei jährlichen Untersuchungen kamen die Ärzte jedes Mal zu dem Schluss, Mollaths Zustand habe sich nicht verbessert. Die Unterbringung müsse fortgesetzt werden.

ulz