Nach Suizid von Jeffrey Epstein US-Justizminister Barr benennt neue Chefin für Gefängnisbehörde

Der Tod des Unternehmers Jeffrey Epstein in einer New Yorker Zelle hat auch auf US-Bundesebene Konsequenzen: Die Spitze der Gefängnisbehörde wird ausgetauscht - eine alte Bekannte kehrt zurück.
Justizminister Barr: "Schwere Unregelmäßigkeiten"

Justizminister Barr: "Schwere Unregelmäßigkeiten"

Foto: David Grunfeld / AP

Nach dem Suizid des US-Unternehmers Jeffrey Epstein in einer Gefängniszelle in New York kommt es an der Spitze der US-Bundesgefängnisbehörde zu einem Personalwechsel. Justizminister William Barr gab am Montag bekannt, dass der geschäftsführende Leiter Hugh Hurwitz eine andere Aufgabe übernehmen werde. Die Behörde soll demnach künftig von Kathleen Hawk Sawyer geleitet werden, die den Direktorposten schon von 1992 bis 2003 innehatte. Ihr Stellvertreter wird Thomas Kane, der schon seit mehr als 30 Jahren für die Behörde arbeitet.

"In dieser kritischen Phase bin ich zuversichtlich, dass Dr. Hawk Sawyer und Dr. Kane das Bundesamt für Gefängnisse mit Kompetenz, Geschick und Findigkeit leiten werden", sagte Barr. Die Behörde beschäftigt rund 37.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist für 122 Einrichtungen verantwortlich, in denen etwa 180.000 Menschen inhaftiert sind.

New Yorker Gefängnisdirektor bereits versetzt

Epstein hatte sich Anfang August in einer Haftanstalt in Manhattan das Leben genommen, nachdem er erneut wegen der Missbrauchsvorwürfe vor Gericht gebracht werden sollte. Der Geschäftsmann wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.

Barr hatte "schwere Unregelmäßigkeiten" in der Haftanstalt beklagt und eine gründliche Untersuchung des Falles angekündigt. Die "New York Times" berichtete, das Gefängnis habe Überwachungsregeln nicht eingehalten. In der vergangenen Woche wurde der Direktor des Gefängnisses in New York auf Veranlassung von Barr versetzt. Die Wachen, die Epstein beaufsichtigen sollten, wurden beurlaubt.

Zu dem Wechsel an der Spitze der Bundesgefängnisbehörde sagte Senator Ben Sasse, ein Kritiker Barrs, es sei ein "guter Anfang, aber es ist nicht das Ende. Jeffrey Epstein sollte immer noch in seiner gepolsterten Zelle unter Beobachtung sein. Aber die Justiz hat Epsteins Opfer im Stich gelassen."

ptz/dpa/Reuters
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