Neue Klage im Fall Epstein Missbrauch soll schon 1985 begonnen haben

Mehrere mutmaßliche Opfer des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein klagen auf Entschädigung aus dem Nachlass des US-Multimillionärs. Eine der Frauen war zur Tatzeit offenbar erst 13 Jahre alt.
Jeffrey Epstein (März 2017)

Jeffrey Epstein (März 2017)

Foto: New York State Sex Offender Registry/ AP

Der sexuelle Missbrauch von Mädchen und jungen Frauen durch den Investor Jeffrey Epstein begann offenbar schon 1985. Das geht aus einer Klageschrift hervor, die neun mutmaßliche Opfer des US-Multimillionärs gegen dessen Nachlass eingereicht haben, wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

Die Klägerinnen, benannt als Jane Doe I bis Jane Doe IX, gehören zu mehr als 20 Frauen, die offiziell eine Entschädigung aus Epsteins 577 Millionen Dollar umfassenden Nachlass fordern. Der verurteilte Sexualstraftäter hatte sich Anfang August in einem Gefängnis in Manhattan das Leben genommen, nachdem er erneut wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht gebracht werden sollte.

Der bestens vernetzte Geschäftsmann wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Laut Anklageschrift hatte der Multimillionär zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring aufgebaut.

Die neun Frauen reichten ihre Klage den Berichten zufolge bei einem Gericht des Bundesstaates New York in Manhattan ein. Sie gaben demnach an, dass Epsteins Übergriffe mehr als zwei Jahrzehnte angedauert hätten, oft mithilfe von dessen Mitarbeitern.

Sechs der Frauen bringen in der Klageschrift vor, sie seien vergewaltigt worden. Eine Klägerin beschuldigte Epstein demnach, er habe sie sexuell missbraucht und misshandelt. Die Taten hätten 1985 begonnen, als sie 23 Jahre alt gewesen sei.

Eine andere Klägerin gab an, sie sei 14 Jahre alt gewesen, als der Missbrauch 1990 begonnen habe. Jane Doe III beschrieb, sie sei erst 13 Jahre alt gewesen, als ihr Missbrauch um 2003 begonnen habe.

Epsteins Testamentsvollstrecker Darren Indyke und Richard Kahn hatten Mitte November einen Richter gebeten, die Schaffung eines Fonds zur Entschädigung von mutmaßlichen Opfern zu genehmigen. Der Fonds solle eine "freiwillige, vertrauliche, nicht feindliche Alternative zu Rechtsstreitigkeiten" schaffen, hieß es.

Prinz Andrew droht Vorladung in den USA

In dem Missbrauchsfall ist zuletzt auch der britische Prinz Andrew stark unter Druck geraten. Virginia Giuffre, eines der mutmaßlichen Opfer, schilderte in einem BBC-Interview, sie sei dreimal zum Sex mit dem Royal gezwungen worden, zweimal davon als 17-Jährige. Die Übergriffe sollen 2001 und 2002 erfolgt sein.

Dem Sender zufolge muss Andrew bei Reisen in die USA künftig damit rechnen, als Zeuge zur Aussage vorgeladen zu werden. Entsprechende Anträge seien von fünf mutmaßlichen Missbrauchsopfern gestellt worden.

Der Prinz streitet die Vorwürfe ab. Den detailreichen Schilderungen der US-Amerikanerin hatte der 59-Jährige aber bereits bei einem BBC-Interview im vergangenen Monat wenig entgegenzusetzen gehabt. Die britische Rundfunkanstalt hatte das Giuffre-Interview damals bereits aufgezeichnet, aber bewusst zurückgehalten.

wit/Reuters